Wie Städte ihre Innenstädte neu erfinden – Solingens mutiger "City-2030"-Plan
Gabi KranzWie Städte ihre Innenstädte neu erfinden – Solingens mutiger "City-2030"-Plan
Rund 30 Stadtplaner und Vertreter aus etwa 20 Kommunen trafen sich kürzlich in Solingen, um über die Zukunft der Innenstädte zu diskutieren. Die vom Städtenetzwerk Nordrhein-Westfalen (NWSE) organisierte Veranstaltung konzentrierte sich auf die Belebung von Fußgängerzonen und die Anpassung an sich wandelnde Bedürfnisse. Fachleute waren sich einig: Traditionelle Einzelhandelskonzepte reichen allein nicht mehr aus, um urbane Räume lebendig zu halten.
Der Austausch fand in Solingens "Gläserne Werkstatt" statt, wo die Teilnehmer aktuelle Trends und zukünftige Strategien analysierten. Als zentraler Diskussionspunkt diente der Solinger "City-2030"-Plan, der den Bedarf an gemischten Nutzungsformen und attraktiveren öffentlichen Flächen unterstreicht. Experten betonten, dass Innenstädte mehr bieten müssen als nur Einkaufsmöglichkeiten – gefragter denn je sind bezahlbarer Wohnraum, Grünflächen und kulturelle Begegnungsstätten.
Neue Mobilitätskonzepte standen ebenfalls im Fokus. So wurde etwa die Freigabe von Fußgängerzonen für Radfahrer als Möglichkeit diskutiert, die städtische Fortbewegung zu modernisieren. Die Stadt Emsdetten wurde unterdessen als Vorbild präsentiert, dank ihres innovativen Ansatzes bei der Stadtentwicklungsplanung.
Andreas Budde, Solingens stellvertretender Bürgermeister, hob die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen Kommunen hervor. Das NWSE, das rund 160 Städte unterschiedlicher Größe vereint, bietet eine Plattform, um gemeinsame Lösungen für ähnliche Herausforderungen zu entwickeln. Besonders das Thema Wohnen bleibt priorisiert: Sozialer Wohnungsbau und eine gerechte Stadtplanung stehen im Mittelpunkt der Netzwerkarbeit bis 2026.
Die Teilnehmer zogen das Fazit, dass die Umgestaltung von Innenstädten mutige Entscheidungen und langfristiges Engagement erfordert. Ohne eine gemeinsame Vision, so die Warnung, drohten urbane Räume an Attraktivität und Funktionalität zu verlieren.
Die Konferenz unterstrich, wie dringend Städte ihre Zentren über den Einzelhandel hinaus neu denken müssen. Ansätze wie gemischte Nutzungen, verbesserte Mobilität und stärkere Kooperationen wurden als entscheidende Schritte bewertet. Mit Wohnraum und öffentlichen Flächen ganz oben auf der Agenda wird das NWSE diese Debatten in den kommenden Jahren weiter vorantreiben.






