Wiener Festwochen feiern Jubiläum mit Rekordbesuch und mutigen Inszenierungen
Hans-Theo BaumWiener Festwochen feiern Jubiläum mit Rekordbesuch und mutigen Inszenierungen
Die Wiener Festwochen endeten mit mutigen Aufführungen und Besucherrekord
Die Wiener Festwochen gingen mit einer Mischung aus gewagten Inszenierungen und einer Rekordbesucherzahl zu Ende. Milo Raus ambitionierte Produktion prägte das 75-jährige Jubiläum des Festivals und lockte fast 196.000 Besucherinnen und Besucher in fünf Wochen an. Das Programm bot eine vielfältige Palette – von herausragendem Theater bis zu interaktiven Experimenten.
Milo Raus Republik der Götter lief fünf Wochen lang als zentraler Höhepunkt des Festivals. Er bezeichnete das Stück als das „größte Drama aller Zeiten“ und als Uraufführung zum Jubiläum. Die Inszenierung trug maßgeblich zum höchsten Besucherstrom in der Geschichte der Festwochen bei.
Einige Produktionen hinterließen einen besonders starken Eindruck. Angélica Liddells Seppuku: Die Bestattung Mishimas oder die Lust am Sterben zählte zu den Glanzpunkten. Brigitta Muntendorfs Der Tag davor entwickelte sich zu einem kraftvollen Statement gegen Gewalt. Thorsten Lensings Tanzende Idioten erntete Lob, wobei Ursina Lardis Darstellung einer todkranken Frau besonders hervorgehoben wurde.
Nicht alle Inszenierungen überzeugten. Nestervals überladene Adaption des Nibelungenstoffs fand wenig Anklang. Susanne Kennedys Parsifal litt unter den erdrückenden Digital-Effekten von Markus Selg. Dagegen bereicherten Patti Smiths Auftritte und Florentina Holzingers Pfingstspiel die unvergesslichen Momente des Festivals.
Den Abschluss bildete Gob Squads Turn, ein interaktives Stück über das Thema Doppelgänger. Der spielerische Ansatz bildete einen passenden Schlusspunkt der Veranstaltung.
Mit fast 196.000 Besucherinnen und Besuchern verzeichneten die Wiener Festwochen einen neuen Rekord. Milo Raus Produktion und weitere herausragende Werke festigten den Ruf des Festivals für mutige, experimentelle Kunst. Die Veranstaltung endete mit einer Mischung aus Kritikererfolgen und einigen Fehlschlägen – und hinterließ so ein bleibendes Zeichen in ihrem 75. Jahr.






