31 May 2026, 20:25

Wirtschaftsführer uneins: Soll die AfD aus der Isolation geholt werden?

Wirtschaft streitet über die Behandlung der AfD

Wirtschaftsführer uneins: Soll die AfD aus der Isolation geholt werden?

In der deutschen Wirtschaftswelt entbrennt eine Debatte darüber, wie mit der rechtspopulistischen Partei Alternative für Deutschland (AfD) umgegangen werden soll. Während einige Führungskräfte auf strikte Distanz beharren, argumentieren andere, dass der Ausschluss der Partei politische und wirtschaftliche Fortschritte behindere. Die Uneinigkeit offenbart tiefe Gräben über die Zukunft der demokratischen und wirtschaftlichen Landschaft Deutschlands.

Im Mittelpunkt des Streits steht der seit langem praktizierte „cordon sanitaire“ – die Weigerung etablierter Parteien und Organisationen, mit der AfD zusammenzuarbeiten. Wolfgang Grupp, Geschäftsführer des Bekleidungsherstellers Trigema, bezeichnete diese Praxis als undemokratisch. Er behauptet, eine Partei mit beträchtlicher Wählerunterstützung auszuschließen, untergrabe die Grundsätze einer offenen Debatte.

Caspar Brockhaus, Chef der Brockhaus Group, teilte diese Ansicht und nannte den Ausschluss kontraproduktiv. Er warnte, die aktuelle politische Blockade schade der deutschen Wirtschaft, und forderte Wirtschaftsführer auf, neue Bündnisse zu prüfen, falls die regierende Koalition die Wettbewerbsfähigkeit nicht wiederbelebe. Die Unternehmerin Sarna Rößer kritisierte den „cordon sanitaire“ als Arroganz der etablierten Parteien und argumentierte, er ersticke notwendige Diskussionen.

Doch der Widerstand bleibt stark. Rainer Dulger, Präsident der Arbeitgeberverbands BDA, bekräftigte seine Haltung, mit extremistischen Parteien – ob rechts oder links – nicht zusammenzuarbeiten. Dirk Jandura, Präsident des Außenhandelsverbands BGA, bestand darauf, die AfD müsse sich zunächst klar von rechtsextremen und europafeindlichen Positionen distanzieren, bevor ein Dialog möglich sei. Franz-Olaf Kallerhoff, Chef des Markenverbands, ging noch weiter und warnte, die AfD zu stärken, gefährde die soziale Marktwirtschaft Deutschlands.

Trotz dieser Warnungen halten große Wirtschaftsverbände an ihrer Weigerung fest, mit der Partei zusammenzuarbeiten. Die Spaltung spiegelt die größeren Spannungen wider, wie demokratische Teilhabe mit dem Schutz wirtschaftlicher und politischer Stabilität in Einklang zu bringen ist.

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Der Konflikt zeigt eine wachsende Zerrissenheit unter Wirtschaftsführern über die Rolle der AfD in der deutschen Politik. Manche sehen einen Dialog als pragmatischen Schritt, andere als Bedrohung für demokratische und wirtschaftliche Werte. Vorerst bleibt der „cordon sanitaire“ bestehen – doch der Druck, ihn zu überdenken, wächst.

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