26 April 2026, 12:34

"Worüber Juden sprechen": Ein Buch zeigt den unbekannten Alltag jüdischer Menschen in Deutschland

Alte detaillierte Karte von Schweidnitz, Deutschland, mit Straßen, Gebäuden und Sehenswürdigkeiten, begleitet von Text, der die Bevölkerung, Geschichte und Kultur der Stadt beschreibt.

"Worüber Juden sprechen": Ein Buch zeigt den unbekannten Alltag jüdischer Menschen in Deutschland

Ein neues Buch gewährt seltene Einblicke in den Alltag jüdischer Menschen in Deutschland. "Worüber Juden sprechen: Zehn Gespräche aus Deutschland" versammelt vielfältige Stimmen, die gängige Vorstellungen herausfordern. Oft richtet sich die öffentliche Aufmerksamkeit auf jüdische Gemeinden nur während des Holocaust-Gedenkens oder bei Konflikten im Nahen Osten.

Das im Hentrich & Hentrich Verlag erschienene Buch präsentiert zehn Dialoge unter acht jüdischen Personen. Ihre Gespräche umfassen ein breites Spektrum an Erfahrungen und gehen über die üblichen Erzählungen hinaus, die sich auf historisches Trauma oder geopolitische Spannungen beschränken. Moderiert wurden die Gespräche von Dinah Riese, Leiterin der Inlandsredaktion der "Jüdischen Allgemeinen". Ziel ist es, die Komplexität jüdischen Lebens in Deutschland heute widerzuspiegeln.

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Die Autoren Mascha Malburg und Joshua Schultheis, beide Redakteure der "Jüdischen Allgemeinen", betonen, dass das Zuhören dieser Stimmen entscheidend ist, um jüdische Anliegen zu verstehen. Malburg, deren akademische Arbeit sich mit Hannah Arendts Revolutionstheorie befasste, und Schultheis, politischer Redakteur der Zeitung, wählten Teilnehmer mit unterschiedlichen Hintergründen aus. Ihr Anliegen war es, ein umfassenderes Bild zu zeichnen, als es die oft reduzierte öffentliche Wahrnehmung zulässt.

Das Projekt zeigt, wie jüdische Menschen in Deutschland häufig nur in bestimmten Kontexten wahrgenommen werden – sei es bei Gedenkveranstaltungen für NS-Opfer oder in Debatten über Israel. Ihre Präsenz wird meist mit Krisenmomenten verknüpft. Die Autoren kritisieren, dass diese eingeschränkte Perspektive die Realität verzerrt und die Vielfalt des Alltagslebens überlagert.

Das Buch ermöglicht direkten Zugang zu Gesprächen, die selten ein breiteres Publikum erreichen. Durch die Darstellung multipler Perspektiven geht es über Klischees hinaus und bietet ein klareres Bild jüdischer Erfahrungen in Deutschland. Die Dialoge dienen als Ausgangspunkt für ein tieferes Verständnis in einer Gesellschaft, in der solche Stimmen oft überhört werden.

Quelle