Zwickau steht vor dem Aus – soll ein chinesischer Autohersteller VWs E-Werk retten?
Kreszentia SchachtZwickau steht vor dem Aus – soll ein chinesischer Autohersteller VWs E-Werk retten?
VWs Werk in Zwickau – ein zentraler Standort für die Elektroauto-Produktion – steht vor einer ungewissen Zukunft. Grund ist die geringere Nachfrage nach den ID-Modellen als erwartet. Die Fabrik, in der direkt rund 10.000 Menschen beschäftigt sind und die indirekt weitere 30.000 Arbeitsplätze sichert, hat bereits Produktionskürzungen und Stellenabbau erlebt. Nun schlägt Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter eine kühne Lösung vor: eine Kooperation mit einem chinesischen Automobilhersteller, um die ungenutzten Produktionskapazitäten auszulasten.
Das Werk in Zwickau wurde 2019 vollständig auf die Fertigung von Elektrofahrzeugen umgestellt. Ursprünglich plante Volkswagen, den Standort bis zum 1. Januar 2027 in die Hauptproduktion zu integrieren – doch dieser Schritt wurde nun verschoben. Der Grund: Die Nachfrage nach den dort gefertigten ID-Modellen bleibt hinter den Erwartungen zurück, weshalb das Unternehmen die Produktion drosseln und Personal abbauen musste.
Wirtschaftsminister Dirk Panter regt ein Joint Venture zwischen Volkswagen und einem chinesischen Autohersteller an. Sein Vorschlag zielt darauf ab, das Werk zu erhalten und Arbeitsplätze zu sichern, indem die ungenutzten Kapazitäten besser ausgelastet werden. Panter betonte zudem, dass China in vielen Bereichen der E-Mobilität längst keine aufstrebende Nation mehr sei, sondern eine führende Rolle einnehme – insbesondere bei der Produktion von Elektrofahrzeugen.
Damit eine solche Partnerschaft gelingen kann, müssten laut Panter klare europäische Regeln und Standards geschaffen werden. Ohne diese könnte die Zusammenarbeit zwischen Volkswagen und einem chinesischen Unternehmen auf erhebliche Hindernisse stoßen. Der Minister setzt sich vor allem dafür ein, die Zukunft des Werks zu sichern und die Belegschaft zu halten.
Der Vorstoß unterstreicht die sich wandelnden Kräfteverhältnisse auf dem Elektroautomarkt, auf dem chinesische Hersteller eine immer wichtigere Rolle spielen. Wird der Plan umgesetzt, könnte die Kooperation die Produktion in Zwickau stabilisieren und die Beschäftigung sichern. Die nächsten Schritte hängen nun von den Entscheidungen Volkswagens und der Entwicklung europäischer Vorschriften für solche Partnerschaften ab.






