23 March 2026, 20:36

250 Frauen fordern Zehn-Punkte-Plan gegen männliche Gewalt und digitale Übergriffe

Frauen in grünen T-Shirts bei einer Demonstration, die weiße Schilder halten, mit anderen Mädchen im Hintergrund.

250 Frauen fordern Zehn-Punkte-Plan gegen männliche Gewalt und digitale Übergriffe

Ein Bündnis aus 250 prominenten Frauen in Deutschland hat einen Zehn-Punkte-Plan zur Bekämpfung männlicher Gewalt vorgestellt. Zu der Gruppe gehören Politikerinnen, Aktivistinnen und Prominente, die sich für dringende rechtliche und digitale Reformen einsetzen. Ihre Forderungen zielen auf alles ab – von digitaler Belästigung bis hin zu Änderungen im Strafrecht.

Zu den Unterzeichnerinnen gehören SPD-Chefin Bärbel Bas, die Co-Vorsitzende der Grünen Franziska Brantner, die Fernsehmoderatorin Carolin Kebekus, die Schauspielerin Veronica Ferres, die Musikerin Nina Chuba und die Klimaaktivistin Luisa Neubauer. Zu ihren Vorschlägen gehört ein Verbot von KI-gestützten "Nacktbild-Apps", die Menschen auf Fotos digital entkleiden. Zudem fordern sie, nicht einvernehmliche, sexualisierte Deepfake-Inhalte unter Strafe zu stellen.

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Der Plan sieht ein neues Digitales Schutzgesetz vor, das sicherstellen soll, dass schädliche Inhalte schnell gelöscht und Täter identifiziert werden. Eine weitere zentrale Forderung ist die Einführung eines "Ja-heißt-Ja"-Modells im Sexualstrafrecht. Die Gruppe besteht außerdem darauf, Femizide als eigenständigen Straftatbestand im deutschen Strafgesetzbuch anzuerkennen.

Aktuell gibt es in Deutschland kein spezifisches Gesetz gegen Femizide – anders als in Italien, das im November 2025 lebenslange Haftstrafen für solche Verbrechen einführte. Die SPD-Fraktion drängt darauf, frauenfeindliche Motive offiziell als Mordmerkmal in der "Schweriner Erklärung" zu verankern. Zwar hat das Justizministerium einen Gesetzentwurf vorgelegt, der einige Opferschutzmaßnahmen stärkt, doch Kritiker halten die geplanten Änderungen im Mordparagraphen für unzureichend.

Die Forderungen des Bündnisses setzen die Bundesregierung unter Druck, sowohl auf digitaler als auch auf rechtlicher Ebene zu handeln. Würden die Reformen umgesetzt, hätten sie weitreichende Folgen für die Verfolgung sexualisierter Gewalt und digitaler Übergriffe. Eine direkte Reaktion der Regierung auf den Zehn-Punkte-Plan steht noch aus.

Quelle