20 April 2026, 12:24

ARD verteidigt Druckfrisch gegen Sexismus-Vorwürfe an Denis Scheck

Ein altes Buchcover mit einem Mann in einem Anzug, der in einem Stuhl sitzt und nachdenklich schaut, und einer Frau, die neben ihm steht und ebenfalls nachdenklich schaut, mit der Überschrift "Die Macht der öffentlichen Meinung" auf dem Umschlag.

ARD verteidigt Druckfrisch gegen Sexismus-Vorwürfe an Denis Scheck

Der öffentlich-rechtliche Sender ARD hat sein Literaturformat Druckfrisch gegen Vorwürfe des Sexismus in Schutz genommen, die gegen Moderator Denis Scheck erhoben wurden. Die Diskussion entbrannte, nachdem Scheck Bücher von Autorinnen in scharfen Worten abwertete und damit Kritik von Schriftstellerinnen und Kommentatorinnen auslöste. ARD betont, dass das Geschlecht bei der literarischen Bewertung in der Sendung keine Rolle spiele.

Auslöser der Kontroverse waren Schecks vernichtende Rezensionen aktueller Werke von Sophie Passmann und Ildikó von Kürthy. In der Sendung warf er Bücher, die ihm missfielen, demonstrativ durch eine Rutsche in einen Mülleimer. Passmann bezeichnete seine Kritik an ihrem Werk in einem Instagram-Post als "nicht nur grausam, sondern vor allem sexistisch". Von Kürthy reagierte in der Zeit und erklärte, sie werde solche Abwertungen nicht länger hinnehmen.

ARD veröffentlichte eine Stellungnahme, in der der Sender betonte, Druckfrisch dulde keine Frauenfeindlichkeit. Zudem wurde hervorgehoben, dass die literarischen Leistungen von Frauen wertgeschätzt würden – in der jüngsten Folge habe Scheck sogar mehr Bücher von Autorinnen gelobt als kritisiert. Der Moderator selbst beharrt darauf, dass sich seine Kritik ausschließlich auf die Texte beziehe, nicht auf die Autorinnen oder deren Leserinnen.

Unterdessen meldete sich die Schriftstellerin Elke Heidenreich mit einem Essay in der Zeit zu Wort und kritisierte sowohl Schecks Rezensionsstil als auch die Rolle des ARD, der dies ermöglicht habe. Sie argumentierte, das Sendungsformat fördere unnötig harte Urteile, insbesondere gegenüber Schriftstellerinnen.

Die Debatte stellt ARD vor die Frage, wie literarische Kritik im öffentlich-rechtlichen Fernsehen präsentiert werden sollte. Obwohl der Sender jede Voreingenommenheit zurückweist, deutet die anhaltende Kritik von Autorinnen und Kommentatorinnen darauf hin, dass die Diskussion weitergehen wird. Schecks Vorgehen bleibt indes unverändert – die nächste Ausgabe von Druckfrisch wird wie geplant ausgestrahlt.

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