Bayerische Städte tauschen Ampelmännchen gegen lokale Kultfiguren aus
Harry JesselWenn es grün ist, hoppeln Sie weiter - spezielle Ampelmotive im Aufwind - Bayerische Städte tauschen Ampelmännchen gegen lokale Kultfiguren aus
Mehrere bayerische Städte ersetzen klassische Ampelfiguren durch regionale Kulturikonen
Mit der Maßnahme soll die regionale Identität gefeiert werden, ohne die Verkehrssicherheit aus den Augen zu verlieren. Doch nicht alle Entwürfe stoßen auf offizielle Zustimmung.
Nürnberg machte den Anfang und installierte eine Ampel mit Albrecht Dürers berühmten "Feldhasen". Anders als andere Städte holte die Stadt keine externe Genehmigung ein und trägt damit die volle Verantwortung für den Betrieb der Signalanlage – inklusive etwaiger Vorfälle, die damit zusammenhängen.
Augsburg hingegen erhielt vom Regierungsbezirk Schwaben eine Sondergenehmigung für seine "Kasperl"-Figur. Der Prozess verlief reibungsloser als in Hof, wo der vorgeschlagene "Wärschtlamo" – ein beliebter Würstchenverkäufer – zunächst aus Sicherheitsbedenken abgelehnt wurde. Nach Überarbeitungen wurde das Design schließlich genehmigt und soll bald in Betrieb gehen.
München verfügt mittlerweile über drei Ampeln mit "Pumuckl", während die Signalfigur in Straubing "Bruder Straubinger" darstellt, eine lokale Volksfigur. Die Variante in Dachau trägt traditionelle bayerische "Tracht", und in Deggendorf wirft eine Frau Knödel in die Luft. Trotz der kreativen Vielfalt bevorzugt das bayerische Innenministerium weiterhin Standarddesigns und rät von individuellen Lösungen ab.
Bei den Bürgerinnen und Bürgern kommt die Aktion gut an: Sie sehen darin eine humorvolle Möglichkeit, den lokalen Stolz zu zeigen. Dennoch ist Nürnberg Stand Februar 2026 die einzige Stadt, deren thematische Figuren vollumfänglich von der zuständigen Regierungsbezirksbehörde anerkannt sind.
Die kulturellen Ampelfiguren spiegeln die regionale Vielfalt Bayerns wider und wurden begeistert aufgenommen. Zwar mussten einige Städte Hürden bei der Genehmigung überwinden, doch die Initiative wächst weiter. Bisher ist nur das Nürnberger Design mit offizieller Rückendeckung seiner Bezirksregierung in Betrieb.






