08 May 2026, 18:23

Beamtenbund attackiert Dobrindts Besoldungsreform als verfassungswidrig und ungerecht

Schwarzer und weißer Grundriss des ehemaligen Bundeskanzleramts mit detaillierter Raumaufteilung und structural elements.

Beamtenbund attackiert Dobrindts Besoldungsreform als verfassungswidrig und ungerecht

Deutscher Beamtenbund (DBB) fordert grundlegende Nachbesserungen bei geplanter Besoldungsreform

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Der Deutsche Beamtenbund (DBB) hat weitreichende Änderungen an der von der Bundesregierung geplanten Besoldungsreform für Bundesbeamte gefordert. Der von Innenminister Alexander Dobrindt vorgelegte Gesetzentwurf sieht zwar höhere Einstiegsgehälter vor, stößt aber in zentralen Punkten auf scharfe Kritik.

Der Verband wirft der Regierung vor, Teile des Plans seien verfassungswidrig und benachteiligten unangemessen höhere Beamte der B-Besoldungsgruppe. Nach Dobrindts Vorschlag sollen Neueinstellungen künftig in die zweite statt in die niedrigste Gehaltsstufe eingruppiert werden. Zudem entfällt das bisherige Modell des „Alleinverdienerzuschlags“ – stattdessen wird pauschal ein Partnereinkommen von 20.000 Euro pro Jahr unterstellt. Beamtenvertreter bezeichnen diese Änderung als ungerecht und kritisieren, sie basiere auf einem „unzulässigen“ Faktor, der außerhalb des Einflussbereichs der Beschäftigten liege.

Für Beamte der B-Besoldung fallen die geplanten Erhöhungen zudem geringer aus als für die A-Gruppen. Eine Analyse des DBB zeigt, dass die 1,6-Prozent-Lücke zwischen den Besoldungsstufen B3 und B4 verfassungsrechtlichen Anforderungen nicht genüge. Der Verband betont, der Entwurf verstoße gegen zwei zentrale Grundsätze: das Leistungsprinzip und die Differenzierungsregel. Während das Innenministerium zu den Vorwürfen bisher schweigt, pocht der DBB auf eine vollständige Überprüfung der Einkommensabstände.

Grundsätzlich begrüßt der Verband zwar die Stoßrichtung der Reform, verlangt aber Nachbesserungen, um die rechtlichen Vorgaben einzuhalten. Ohne Korrekturen drohe das Gesetz an verfassungsgerichtlicher Prüfung zu scheitern, warnt der DBB.

Der Entwurf steht nun unter Druck, seine Regelungen zu den höheren Besoldungsgruppen und den Einkommensannahmen zu überarbeiten. Die Einwände des Verbandes deuten auf konkrete rechtliche und finanzielle Schwachstellen hin, die die Reform verzögern oder grundlegend verändern könnten. Wie das Innenministerium reagieren wird, bleibt vorerst offen.

Quelle