Bechtle strafft Führungsteam: Reaktion auf IT-Branchenkrise und sinkende Gewinne
Harry JesselBechtle strafft Führungsteam: Reaktion auf IT-Branchenkrise und sinkende Gewinne
Bechtle baut Führungsteam um – Reaktion auf anhaltende Herausforderungen in der IT-Branche
Der Aufsichtsrat des IT-Dienstleisters Bechtle hat eine Straffung der Geschäftsführung beschlossen: Ab Januar 2027 wird der Vorstand von vier auf drei Mitglieder verkleinert. Die Umstrukturierung erfolgt vor dem Hintergrund anhaltender Lieferkettenprobleme und einer prognostizierten Gewinnschrumpfung für das Jahr 2026.
In den vergangenen drei Jahren hatte Bechtle im deutschen IT-Servicemarkt kontinuierlich zugelegt. Der Jahresumsatz stieg jährlich um 8 bis 12 Prozent, wodurch der Marktanteil des Unternehmens von 4,5 auf 6,2 Prozent kletterte. Damit wuchs Bechtle schneller als Wettbewerber wie Cancom, dessen Umsätze stagnierten und der Marktanteil bei 3 Prozent verharrte, oder Beewacom, das aufgrund von Lieferengpässen und Umsatzrückgängen Federn lassen musste.
Trotz dieser Erfolge sieht sich das Unternehmen nun mit anhaltenden Knappheiten bei Speicherchips und steigenden Kosten konfrontiert. Für 2026 erwartet Bechtle eine Vorsteuermarge von höchstens fünf Prozent – ein Rückgang im Vergleich zu den Vorjahren. Die Unternehmensführung will die Lage bis Mitte des Jahres neu bewerten und dann aktuelle Entwicklungen bei der Chipversorgung kommunizieren.
Auch in der Führungsetage gibt es Veränderungen: Antje Leminsky wird den Vorstand Ende 2026 verlassen. Konstantin Ebert übernimmt zu Beginn des Jahres 2027 die Position des Vorstandsvorsitzenden von Thomas Olemotz. Das neue dreiköpfige Führungsteam soll interne Prozesse beschleunigen und das Ziel von 10 Milliarden Euro Umsatz bis 2030 vorantreiben.
Trotz der rückläufigen Gewinne erhalten die Aktionäre eine unveränderte Dividende von 0,70 Euro pro Aktie – entsprechend der Ausschüttung des Vorjahres.
Das umstrukturierte Führungsteam wird Anfang 2027 seine Arbeit aufnehmen, mit klarem Fokus auf Effizienzsteigerung und nachhaltiges Wachstum. Im Rahmen des nächsten Finanzupdates Mitte des Jahres wird Bechtle darlegen, wie sich die Lieferkettenprobleme auf die Geschäftsentwicklung auswirken könnten. Trotz der aktuellen Belastungen hält das Unternehmen an seiner Dividendenpolitik fest.






