Bentele fordert faire Gesundheitsreform ohne Leistungskürzungen für Versicherte
Kreszentia SchachtBentele fordert faire Gesundheitsreform ohne Leistungskürzungen für Versicherte
Verena Bentele fordert grundlegende Reformen der Gesundheitsfinanzierung
Verena Bentele, Präsidentin des Sozialverbands VdK, hat weitreichende Reformen bei der Finanzierung des Gesundheitssystems gefordert. Vor der für Montag erwarteten Vorstellung des Berichts der Gesundheitsfinanzkommission mahnte sie Veränderungen an, die die Kosten fair verteilen – ohne dabei Leistungen für Versicherte zu kürzen. Zu ihren Vorschlägen gehören eine gerechtere Bemessung der Beitragslast nach Einkommen sowie strukturelle Anpassungen, um zusätzliche Belastungen für besonders schutzbedürftige Gruppen zu vermeiden.
Die Gesundheitsfinanzkommission wird am Montag eine Liste mit 60 Maßnahmen zur Kostendämpfung im Gesundheitswesen vorlegen. Bentele hat bereits im Vorfeld klargestellt, dass sie bestimmte Pläne ablehnt – etwa höhere Zuzahlungen bei Medikamenten oder die Wiedereinführung von Praxisgebühren. Solche Schritte würden ihrer Ansicht nach gezielt bestimmte Patientengruppen benachteiligen und unnötigen finanziellen Druck erzeugen.
Stattdessen plädiert Bentele für einen ausgewogeneren Ansatz: Sie schlägt vor, die Beitragsbemessungsgrenze anzuheben und die Arten der beitragspflichtigen Einnahmen zu erweitern. Ein weiterer zentraler Punkt ist ein vorübergehendes Ausgabenmoratorium für Leistungserbringer, um Stabilität während der Umstrukturierung zu gewährleisten.
Kritisch äußert sich Bentele auch zur Abschaffung der beitragsfreien Familienversicherung, die sie als "versteckte Beitragserhöhung" bezeichnet. Stattdessen fordert sie, dass der Bund gesellschaftlich bedingte Mehrkosten im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) übernimmt. Ihr Ziel ist es, die Versorgungsqualität zu erhalten und gleichzeitig die langfristige Finanzierbarkeit zu sichern.
Der VdK erwartet von den Empfehlungen der Kommission eine Entlastung der Beitragszahler – ohne dass es zu Einschränkungen bei den Kernleistungen kommt. Bentele warnt seit Langem vor Kürzungen, die besonders GKV-Versicherte hart treffen würden.
Ihre Vorschläge zielen auf strukturelle Reformen ab, nicht auf kurzfristige Sparmaßnahmen. Durch die Anpassung der Einkommensgrenzen und die vorübergehende Deckelung der Ausgaben für Leistungserbringer will sie Patienten vor zusätzlichen Belastungen schützen. Der anstehende Bericht der Kommission wird zeigen, ob diese Ideen mit den geplanten gesundheitspolitischen Weichenstellungen übereinstimmen.






