Frankfurter Schule setzt 12 Sicherheitskräfte wegen 7 Zentimetern ein
Harry JesselFrankfurter Schule setzt 12 Sicherheitskräfte wegen 7 Zentimetern ein
Ein 100 Jahre altes Geländer in einer Frankfurter Schule hat eine ungewöhnliche Sicherheitsmaßnahme ausgelöst. Die Brüstung ist ganze sieben Zentimeter zu niedrig – statt der vorgeschriebenen 110 Zentimeter – und veranlasste die Behörden, zwölf Sicherheitskräfte im Treppenhaus einzusetzen. Die vorläufige Lösung gilt seit Montag, während über eine dauerhafte Behebung beraten wird.
Die kommissarische Schulleiterin Solmaz Heidlindemann wurde erst vergangenen Freitag auf das Problem aufmerksam. Obwohl das Geländer seit einem Jahrhundert unverändert steht und nie Unfälle gemeldet wurden, ordnete sie eine rund um die Uhr überwachte Absicherung an. Die Wachen patrouillieren nun im Schichtbetrieb – mit Kosten von etwa 13.700 Euro pro Woche für die Schule.
Eine für Montag anberaumte Sitzung soll über das weitere Vorgehen entscheiden. Heidlindemann schlägt eine einfache und kostengünstige Nachrüstung vor, um das Geländer normgerecht zu machen. Bis dahin bleiben die Sicherheitskräfte voraussichtlich noch zwei bis vier Wochen im Einsatz.
Während der anstehenden Osterferien wird der Aufwand leicht reduziert. Die eingeschränkten Kontrollen schlagen dann mit 5.000 bis 6.000 Euro pro Woche zu Buche, doch das Treppenhaus bleibt weiterhin überwacht.
Die Schule wird die Ausgaben so lange tragen müssen, bis eine "bauliche Lösung" gefunden ist. Die Wachen bleiben, bis das Geländer den Vorschriften entspricht oder eine dauerhafte Alternative beschlossen wird. Der Fall zeigt, wie selbst geringe Abweichungen von den Standards zu erheblichen kurzfristigen Belastungen führen können.






