Berliner RAW-Gelände: Kultclubs droht das Aus – Proteste gegen Eigentümer Kurth
Kreszentia SchachtBerliner RAW-Gelände: Kultclubs droht das Aus – Proteste gegen Eigentümer Kurth
Mehrere bekannte Clubs und Kulturstätten auf dem Berliner RAW-Gelände drohen die Schließung, nachdem der Eigentümer ihre Betriebserlaubnisse widerrufen hat. Der Schritt der familiengeführten Firma Kurth hat Proteste ausgelöst und politische Unterstützung für die bedrohten Einrichtungen mobilisiert. Die Betreiber werfen dem Unternehmen vor, sie gezielt verdrängen zu wollen, um Platz für Neubauprojekte zu schaffen.
Das RAW-Gelände, seit 2015 im Besitz von Kurth, steht bereits seit Langem im Fokus von Umstrukturierungsplänen. Trotz eines von der Bezirksverordnetenversammlung Friedrichshain-Kreuzberg verhängten Bebauungsverbots plant das Unternehmen dort nun Wohnungen zu errichten. In den vergangenen Wochen verweigerte Kurth die Verlängerung der kurzfristigen Mietverträge für Locations wie Crack Bellmer, Bar zum Schmutzigen Hobby, Lokschuppen und Cassiopeia. Ohne gültige Genehmigungen arbeiten die Betreiber seitdem illegal.
Zwar gibt es einen Entwurf für eine Vereinbarung zwischen Kurth und dem Bezirk, der soziokulturelle Räume in zukünftigen Plänen priorisiert. Doch bleibt umstritten, wie schnell dieser Entwurf in einen rechtlich verbindlichen Bebauungsplan umgesetzt werden soll. Kurth hat informell eine Frist bis Ende dieses Monats gesetzt – was den Druck auf die betroffenen Clubs weiter erhöht.
Die Clubbetreiber lehnen diese Einschüchterungstaktik ab und fordern eine klare, dauerhafte Lösung. Als Reaktion haben Aktivisten für Samstag eine Demonstrations-Rave organisiert, um gegen die Schließungen zu protestieren. Die Aktion wird von lokalen Parteien unterstützt, darunter SPD, Grüne und Linke.
Die Zukunft der RAW-Clubs steht nun auf dem Spiel, während die Frist Ende des Monats näher rückt. Ohne erneuerte Genehmigungen oder eine verbindliche Einigung droht den Locations die endgültige Schließung. Ob der Bezirk Kurths Neubaupläne blockieren und die kulturelle Nutzung des Geländes bewahren kann, hängt auch von der politischen und öffentlichen Unterstützung ab.






