Bistum Mainz verzeichnet überraschenden Millionenüberschuss für 2025
Hans-Theo BaumBistum Mainz verzeichnet überraschenden Millionenüberschuss für 2025
Das Bistum Mainz hat für das Haushaltsjahr 2025 einen finanziellen Überschuss von 87 Millionen Euro ausgewiesen. Das unerwartete Ergebnis fällt trotz langfristiger Sorgen über sinkende Kirchensteuereinnahmen aus. Fast der gesamte Überschuss wurde den Rücklagen des Bistums zugeführt.
Der Überschuss ist vor allem auf eine einmalige buchhalterische Anpassung in Höhe von 61,5 Millionen Euro zurückzuführen, die sich aus der Auflösung von Pensions- und Versorgungsrückstellungen ergab. Die Kirchensteuer blieb mit 224,7 Millionen Euro im Jahr 2025 die Hauptinnahmequelle.
Ein leichter Anstieg der Kirchensteuereinnahmen resultierte aus höheren Kapitalertragssteuern. Dennoch reichten diese nicht aus, um die steigenden Kosten zu decken. Das Bistum wies zudem darauf hin, dass eine alternde Belegschaft künftig zu geringeren Personalausgaben führen werde.
Für das Jahr 2026 prognostiziert die Finanzverwaltung einen moderaten Anstieg der Kirchensteuereinnahmen auf 225,7 Millionen Euro. Gleichzeitig werden Inflation und wachsende Ausgaben den Haushalt weiter belasten. Um dem zu begegnen, plant das Bistum eine Konsolidierungsstrategie für das kommende Jahrzehnt. Dazu gehören die Konzentration auf Kernaufgaben, der Abbau von Dienstleistungen, der Verkauf von Immobilien sowie die Senkung der Fixkosten. Zudem wird das Land künftig einen größeren Teil der Pensionsverpflichtungen für verbeamtete Lehrer an privaten Schulen übernehmen.
Rund 85 Millionen Euro des Überschusses wurden den Rücklagen zugeführt. Langfristig rechnet das Bistum aufgrund demografischer Veränderungen und austretender Mitglieder mit rückläufigen Kirchensteuereinnahmen. Die finanzielle Stabilität wird daher von den geplanten Spar- und Umstrukturierungsmaßnahmen abhängen.
