BN Ottobeuren diskutiert Lichtverschmutzung und ehrt langjährige Naturschützer
Harry JesselBN Ottobeuren diskutiert Lichtverschmutzung und ehrt langjährige Naturschützer
BN-Ortsgruppe Ottobeuren hält Jahresversammlung in der Silachstube des Gasthofs Mohren ab
Die Ottobeurer Ortsgruppe des Bund Naturschutz (BN) traf sich zur diesjährigen Hauptversammlung in der Silachstube des Gasthofs Mohren. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand das Thema Lichtverschmutzung, zu dem Robert Blasius als Gastredner im Rahmen der Initiative "Wächter der Nacht" referierte.
Neben fachlichen Diskussionen wurden langjährige Mitglieder geehrt, darunter Wendelin Schindele für sein Engagement im örtlichen Kräutergarten.
Lichtverschmutzung und ihre Folgen für Natur und Mensch Martin Schweiger, Erster Vorsitzender der BN-Ortsgruppe Ottobeuren, eröffnete die Versammlung mit einer Begrüßung der Anwesenden und stellte Robert Blasius vor. Schnell rückte die Problematik künstlicher Beleuchtung und ihre Auswirkungen auf Ökosysteme sowie die menschliche Gesundheit in den Fokus.
Blasius erläuterte, wie übermäßige nächtliche Beleuchtung natürliche Rhythmen stört – mit Folgen für Tiere und Menschen gleichermaßen. Satellitenaufnahmen zeigten die stark beleuchteten Ballungsräume und Küstenregionen, während ärmere Gebiete im Dunkeln bleiben. Entgegen verbreiteter Annahmen trage künstliches Licht nicht zur Sicherheit bei, betonte er: Die meisten Straftaten ereigneten sich bei Tageslicht. Stattdessen rief er die Zuhörer dazu auf, unnötige Beleuchtung zu reduzieren und in ihrem Umfeld für das Thema zu sensibilisieren.
Ehrung für langjähriges Engagement Die Versammlung nutzte zudem die Gelegenheit, verdiente Mitglieder zu würdigen. Für über 40-jährige Treue erhielten einige ein Zertifikat sowie eine silberne Anstecknadel. Besonders hervorgehoben wurde Wendelin Schindele, der seit 1998 den Ottobeurer Kräutergarten gestaltet. Die Anlage, die heute als ruhiger Ort der Einkehr und Erholung dient, ist ein Ergebnis seiner 25-jährigen Arbeit. Als Dankeschön überreichte man ihm ein Poster und einen Präsentkorb.
Die Veranstaltung verband die wachsende Sorge um Lichtverschmutzung mit der Wertschätzung lokaler Initiativen. Blasius' Appell zu mehr Bewusstsein und konkreten Schritten gegen überflüssige Beleuchtung traf auf offene Ohren, während die Ortsgruppe zugleich jene ehrte, die seit Jahrzehnten ihr Engagement tragen. Der von Schindele gepflegte Kräutergarten bleibt dabei ein geschätzter Bestandteil der Gemeinschaft.






