17 March 2026, 12:24

Bundesregierung plant schärfere Befugnisse für den Verfassungsschutz – was sich ändert

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Was gibt es für die Verfassungsreform des Verfassungsschutzes? - Bundesregierung plant schärfere Befugnisse für den Verfassungsschutz – was sich ändert

Bundesinnenministerium treibt Reform für mehr Befugnisse des Verfassungsschutzes voran

Das deutsche Innenministerium strebt umfassende Reformen an, um die Kompetenzen des Bundesamts für Verfassungsschutz (BfV) deutlich auszuweiten. Innenminister Alexander Dobrindt will die Behörde zu einem aktiveren Nachrichtendienst mit erweiterten operativen Möglichkeiten umgestalten. Zu den geplanten Änderungen gehören neue Regeln für den Datenaustausch, verlängerte Speicherfristen für personenbezogene Daten sowie die Fähigkeit, Bedrohungen bereits im Vorfeld zu unterbinden, bevor sie konkret werden.

Ziel der Reform ist es, die Möglichkeiten des BfV im Kampf gegen rechtsextreme Finanzströme, islamistische Rekrutierungsnetzwerke und gewaltbereite linke Strukturen zu stärken. Künftig soll die Behörde leichter mit der Polizei zusammenarbeiten können, indem die bisherigen Hürden für die Zusammenarbeit gesenkt werden. Ein weiterer zentraler Punkt ist die Überprüfung der Speicherdauer persönlicher Daten.

BfV-Präsident Sinan Selen unterstützt die Einführung einer sogenannten «unterbindenden Maßnahme», die es der Behörde ermöglichen würde, früher gegen potenzielle Gefahren einzugreifen. Strenge Auflagen sollen dabei Missbrauch verhindern. Die Reform sieht zudem eine verschärfte Kontrolle vor – insbesondere durch das Parlamentarische Kontrollgremium (PKGr) des Bundestags, wie es die SPD fordert.

Oppositionsparteien wie die AfD und die Linke sind im PKGr nicht vertreten. Konstantin von Notz von den Grünen zeigt sich zwar grundsätzlich offen für erweiterte Befugnisse, pocht jedoch auf strengere Kontrollmechanismen, um die Verfassungsmäßigkeit zu gewährleisten. Die Verhandlungen zwischen CDU/CSU und SPD laufen noch, konkrete Details stehen bisher nicht fest.

Wird die Reform verabschiedet, erhält das BfV weitreichendere Ermittlungs- und Präventivbefugnisse. Gleichzeitig soll die Behörde enger mit der Polizei zusammenarbeiten, steht aber unter schärferer Aufsicht, um rechtliche Grenzen einzuhalten. Die Änderungen könnten die Arbeitsweise der deutschen Nachrichtendienste in den kommenden Jahren grundlegend verändern.

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