17 April 2026, 18:28

Collien Fernandes spricht unter Polizeischutz gegen sexualisierte Gewalt

Eine Black Lives Matter-Aktivistin spricht auf einem Podium mit Mikrofon zu einer Menge mit Schildern.

Collien Fernandes spricht unter Polizeischutz gegen sexualisierte Gewalt

Collien Fernandes stand auf der Bühne am Hamburger Rathausmarkt, umgeben von Polizisten und mit einer schusssicheren Weste. Die Schauspielerin und Aktivistin sprach vor einer riesigen Menschenmenge – nur eine Woche, nachdem sie ihren Ex-Mann öffentlich der Gewalt beschuldigt hatte. Wegen Todesdrohungen von Männern musste sie unter strengem Polizeischutz auftreten.

Fernandes kämpfte sichtbar mit den Tränen, als sie zur Menge sagte: "Ich stehe hier in einer schusssicheren Weste, mit Polizeischutz und Sicherheitspersonal, weil ich Todesdrohungen erhalten habe. Weil Männer – zu hundert Prozent Männer – mich töten wollen." Ihre Rede hielt sie bei einer Demonstration gegen sexualisierte Gewalt, zu der die Veranstalter etwa 22.000 Teilnehmer schätzten, während die Polizei von 17.000 ausging.

Die Kundgebung war Teil einer wachsenden Bewegung; zuvor hatte es bereits Proteste in Berlin gegeben, und weitere sind in Köln und München geplant. Luisa Neubauer, eine weitere Rednerin, fragte, warum der deutsche Bundeskanzler Überlebende nicht öffentlich unterstützt. Sie warnte, dass die schlimmste Gewalt gegen Frauen oft im Verborgenen bleibt.

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An einer Stelle skandierte eine Gruppe junger Frauen: "Wir wollen alle dasselbe – die Arschlöcher in die Elbe werfen!" Als Neubauer ihre Rede beendete, begann sich die Menge zu zerstreuen. Fernandes nutzte den Moment, um Frauen aufzurufen, ihr Schweigen über sexualisierte Gewalt zu brechen.

Die Demonstration endete mit Forderungen nach mehr Sichtbarkeit und konsequenterem Vorgehen gegen Missbrauch. Fernandes' Auftritt unter Polizeischutz unterstrich die Risiken, denen sich Frauen aussetzen, wenn sie sich öffentlich äußern. Veranstalter und Aktivistinnen betonten, dass in den kommenden Wochen in weiteren deutschen Städten mit Protesten zu rechnen sei.

Quelle