Düngemittelpreise explodieren: Bauern kämpfen mit Rekordkosten zur Aussaatzeit
Kreszentia SchachtDüngemittelpreise explodieren: Bauern kämpfen mit Rekordkosten zur Aussaatzeit
Düngemittelpreise schnellen in die Höhe und treffen deutsche Landwirte in der entscheidenden Frühjahraussaat hart
Die Preise für wichtige Produkte wie granuliertes Harnstoffdünger und Ammoniumnitrat sind innerhalb eines Monats um über 100 Euro pro Tonne gestiegen – viele Bauern können sich die dringend benötigten Nährstoffe kaum noch leisten.
Aktuelle Zahlen zeigen, dass granulierter Harnstoff nun 694 Euro pro Tonne kostet, nach 553 Euro im Vormonat. Kalkammonsalpeter (KAS) ist auf 440 Euro pro Tonne geklettert, während Ammoniumnitrat-Kalk (ANK) bei 413 Euro liegt – beide verzeichneten einen Anstieg von etwa 40 bis 50 Euro. Der Preisschub folgt auf Lieferstörungen durch den Krieg im Nahen Osten und die anhaltende Blockade der Straße von Hormus.
Landwirte, die Vorräte frühzeitig eingekauft haben, kommen besser über die Runde, doch wer nur begrenzte Reserven besitzt, steht vor schwierigen Entscheidungen. Einige reduzieren den Düngemitteleinsatz, suchen nach biologischen Alternativen oder passen ihre Anbaupläne an. Winterkulturen, die bereits im Boden sind, benötigen weiterhin Dünger, was den Druck zusätzlich erhöht.
Ein Umstieg auf stickstoffeffiziente Kulturen wie Soja bleibt für die meisten Betriebe unrealistisch. Um die Auswirkungen zu bewerten, läuft derzeit eine Umfrage, die zeigen soll, wie die Landwirte auf die extremen Preissprünge reagieren.
Die plötzlichen Kostensteigerungen zwingen viele, ihre Düngestrategien genau in dem Moment zu überdenken, in dem die Aussaat beginnt. Da keine kurzfristige Entlastung in Sicht ist, müssen die Erzeuger abwägen zwischen den Bedürfnissen ihrer Kulturen und den steigenden Ausgaben – während sie auf die Umfrageergebnisse warten, die größere Branchentrends aufzeigen sollen.






