EU-Reformen stabilisieren CO₂-Preise und entlasten energieintensive Industrien wie BASF und Evonik
Harry JesselEU-Reformen stabilisieren CO₂-Preise und entlasten energieintensive Industrien wie BASF und Evonik
Die Europäische Kommission wird in dieser Woche zentrale Reformen des EU-Emissionshandelsystems (EU-ETS) vorstellen. Die am 1. April angekündigten Änderungen zielen darauf ab, die CO₂-Preise zu stabilisieren und energieintensive Industrien zu entlasten. Ein vollständiger Vorschlag, der im Juli erwartet wird, sieht vor, die kostenlose Zuteilung von Zertifikaten über das Jahr 2034 hinaus für Unternehmen wie Evonik und BASF zu verlängern.
Als ersten Schritt passt die Kommission die Marktstabilitätsreserve (MSR) an, um einen größeren Puffer gegen Preisschwankungen zu schaffen. Diese Maßnahme folgt Forderungen von Industrievertretern, darunter Evonik-Chef Christian Kullmann, der das ETS zuvor als reformbedürftig oder gar abschaffungswürdig kritisiert hatte.
Kullmann und der EU-Abgeordnete Peter Liese verfassten später einen gemeinsamen Gastbeitrag im Handelsblatt, in dem sie pragmatische Kompromisse bei den ETS-Reformen forderten. Ihre Argumentation deckt sich mit dem Plan der Kommission, die chemische Industrie durch überarbeitete Benchmarks zu berücksichtigen.
Eine dauerhafte Änderung sieht zudem vor, die Streichung von Zertifikaten in der MSR zu streichen. Diese Anpassung, kombiniert mit der Juli-Reform, deutet auf eine langfristige Stabilität für Branchen hin, die auf kostenlose CO₂-Zuteilungen angewiesen sind.
Die Reformen verlängern die kostenlose Zuteilung von Zertifikaten für Sektoren wie die Chemieindustrie und entlasten damit Unternehmen wie Evonik und BASF. Mit den Anpassungen der MSR und den überarbeiteten Benchmarks strebt die EU einen Ausgleich zwischen Klimazielen und industrieller Wettbewerbsfähigkeit an. Der vollständige Vorschlag, der im Juli erwartet wird, soll diese Maßnahmen finalisieren.






