F126-Fregattenauftrag hält Rüstungsbranche in Atem – Aktien unter Druck
Kreszentia SchachtF126-Fregattenauftrag hält Rüstungsbranche in Atem – Aktien unter Druck
Unsicherheit um F126-Fregattenauftrag belastet Rüstungsaktien
Die anhaltende Ungewissheit über die Vergabe des F126-Fregattenauftrags hat die Aktienkurse im Verteidigungssektor unter Druck gesetzt. Sowohl RENK als auch ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS) verzeichneten Kursrückgänge. Das mit Abstand größte Neubauprogramm der deutschen Marine bleibt weiterhin unentschieden, während das Verteidigungsministerium das Angebot von Rheinmetall neben einer alternativen Lösung prüft.
Anleger warten nun auf eine Entscheidung, die frühestens Ende April erwartet wird und die Marktstimmung bis zum nächsten Quartalsbericht von RENK am 6. Mai 2026 prägen könnte.
RENK hatte kürzlich starke Finanzzahlen für 2025 vorgelegt: Der Umsatz erreichte mit 1,37 Milliarden Euro einen Rekordwert, während sich der Nettogewinn auf 101 Millionen Euro mehr als verdoppelte. Der Auftragsbestand stieg auf 6,68 Milliarden Euro, was die Prognose eines Umsatzes von über 1,5 Milliarden Euro für 2026 stützt. Aktionäre profitieren von einer 38-prozentigen Dividendenerhöhung auf 0,58 Euro pro Aktie, die ab dem 11. Juni 2026 ausgezahlt wird.
Unterdessen kämpft Rheinmetall um die Führungsrolle im 10-Milliarden-Euro-F126-Programm, das den Bau von sechs neuen Fregatten umfasst. Mit einer Marktkapitalisierung von 69 Milliarden Euro übertrifft das Unternehmen TKMS (5,4 Milliarden Euro) deutlich – ein Zeichen für seine breitere Aufstellung, zu der auch die Übernahme von Blohm+Voss gehört. Innerhalb des letzten Jahres erreichte die Rheinmetall-Aktie ein 52-Wochen-Hoch von 2.008 Euro, gestützt durch erwartete Rekordaufträge im Volumen von 80 Milliarden Euro.
TKMS, obwohl kleiner, verzeichnete ebenfalls Wachstum: Seit Januar stieg der Aktienkurs um 37 Prozent, und die Umsatzprognose wurde auf 2 bis 5 Prozent angehoben. Der Auftragsbestand liegt bei über 20 Milliarden Euro, angetrieben durch Verträge wie den norwegischen U-Boot-Deal. Dennoch bleiben Analysten zurückhaltender und setzen das durchschnittliche Kursziel für TKMS bei 91 Euro an – deutlich unter dem breiter aufgestellten Rheinmetall-Konzern.
Die Verzögerung bei der F126-Entscheidung wirkt sich bereits auf die Kurse aus: RENK verlor drei Prozent, TKMS fast sieben Prozent. Eine Vertragsvergabe könnte zwar bereits im Sommer erfolgen, doch bis dahin bleibt der Markt in Wartestellung.
Der F126-Auftrag wird die kurzfristige Entwicklung von RENK und TKMS maßgeblich beeinflussen. Während RENK mit der Dividendenerhöhung und dem soliden Auftragsbestand Stabilität bietet, profitiert Rheinmetall von seiner Größe und Diversifizierung. TKMS setzt hingegen auf seine Expertise im Marinesektor. Die finale Entscheidung – frühestens Ende April erwartet – wird die weitere Ausrichtung des Programms und seine finanziellen Auswirkungen klären.






