08 May 2026, 06:22

Großrazzia enthüllt flächendeckende Ausbeutung in Paketbranche

Plakat mit der Aufschrift "Operation Double Trouble: US-Geldkurier" mit einer Karte der USA, die in zwei Abschnitte unterteilt ist: einer zeigt die Routen der Geldkurier und der andere zeigt die Standorte der Geldtransportunternehmen, mit fetter schwarzer Schrift auf einem weißen Rand.

Großrazzia enthüllt flächendeckende Ausbeutung in Paketbranche

Großrazzia in Deutschlands Paketdienst-Branche deckt flächendeckende Arbeitsrechtsverstöße auf

Eine groß angelegte Kontrollwelle im deutschen Paketzustellsektor hat schwerwiegende Missstände bei Arbeitsbedingungen ans Licht gebracht. Nach Jahren der Kritik an illegalen Beschäftigungspraktiken führten Zollbehörden bundesweit umfangreiche Überprüfungen durch – mit erschreckenden Ergebnissen: Schwarzarbeit, ausstehende Löhne und Ausbeutung, vor allem unter Subunternehmer-Fahrern.

Über 2.900 Zollbeamte durchsuchten landesweit Zustellfirmen. Betroffen waren unter anderem DHL, Amazon, DPD, Hermes und GLS, wobei mehrere DHL-Standorte kontrolliert wurden. Im Gegensatz zu seinen Konkurrenten setzt DHL deutlich weniger auf Subunternehmer, während andere Unternehmen stark oder sogar vollständig von ihnen abhängig sind.

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Die Ermittlungen förderten Fahrer zutage, die ohne gültige Verträge oder Genehmigungen arbeiteten. In Köln fehlte einem 39-jährigen Türken eine gültige Arbeitserlaubnis. Ein weiterer Fahrer aus der Ukraine konnte nicht einmal den Namen seines Arbeitgebers nennen. Viele berichteten von unbezahltem Überstunden- und Ladezeiten, wodurch ihr Lohn unter den Mindestlohn von 13,90 Euro sank.

Das rasante Wachstum der Branche, angetrieben durch den Online-Handel, hat den Fachkräftemangel verschärft. Immer mehr Unternehmen greifen auf Subunternehmer zurück – mit der Folge, dass einige Fahrer gezwungen sind, sich Fahrzeuge zu überteuerten Konditionen von ihren Arbeitgebern zu mieten. Finanzminister Lars Klingbeil kündigte an, die Bekämpfung illegaler Praktiken zu verschärfen, während die Gewerkschaft Verdi ein vollständiges Verbot von Subunternehmer-Verträgen in der Branche fordert.

Die Kontrollen offenbarten systematische Verstöße – von Schwarzarbeit bis hin zu Lohnbetrug. Die Behörden haben strengere Kontrollen angekündigt, und die Gewerkschaften drängen auf strukturelle Reformen. Die Ergebnisse zeigen, wie tief die Probleme in einer Branche verwurzelt sind, die mit hoher Nachfrage und Personalmangel kämpft.

Quelle