Jan Böhmermanns provokante Kunstschau fordert Berliner Publikum heraus
Kreszentia SchachtJan Böhmermanns provokante Kunstschau fordert Berliner Publikum heraus
Eine provokante neue Ausstellung im Berliner Haus der Kulturen der Welt
Unter dem Titel "Die Möglichkeit der Irrationalität" hat eine mutige Schau ihre Pforten geöffnet, die Satire, Kunst und interaktive Installationen vereint. Kuratiert von Jan Böhmermann und seinem Kollektiv Royal, ist sie noch bis zum 19. Oktober 2022 zu sehen.
Besucher müssen zunächst ihre Handys an der Eingangskontrolle abgeben. Im Inneren erwartet sie eine Mischung aus herausfordernden und verspielt-ironischen Werken. Ein Teleskop richtet sich auf einen Spiegel – und bietet damit Einblick in das fiktive Büro eines Nachbar-Kanzlers. Daneben hängen KI-generierte Aktbilder des Politikers Friedrich Merz, flankiert von einem Nachbau eines deutschen Einbürgerungstests.
In einer "TV-Garten"-Zone treten Indie-Künstler wie Domiziana, Mine und Ebow auf. An anderer Stelle zerfetzt eine Maschine alle 28 Minuten ein Stofftier – es sei denn, jemand zahlt, um es zu retten, und macht ein Selfie damit. Eine Butterskulptur des ehemaligen Bundeskanzlers Helmut Kohl thront prominent, während Grabsteine die Namen, Geburtsdaten und das geschätzte Vermögen der reichsten Männer Deutschlands auflisten.
Auf Sockeln werden Erinnerungsstücke aus Böhmermanns Fernsehkarriere präsentiert. Trotz der frechen Thematik verzichtet die Ausstellung bewusst auf direkte Bezüge zu seinen früheren juristischen Auseinandersetzungen oder öffentlichen Kontroversen.
Geöffnet ist die Schau täglich bis Mitte Oktober. Mit einer Mischung aus Humor, Gesellschaftskritik und Publikumsbeteiligung lädt sie zum Nachdenken über Macht, Medien und Absurdität ein. Der Verzicht auf persönliche Geräte beim Eintritt setzt dabei den Ton für das Erlebnis.






