Kultursenatorin Wedl-Wilson tritt nach Millionen-Skandal um Antisemitismus-Projekte zurück
Harry JesselKultursenatorin Wedl-Wilson tritt nach Millionen-Skandal um Antisemitismus-Projekte zurück
Berlins Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson tritt nach Millionen-Fehlvergabe bei Antisemitismus-Projekten zurück
Nach einem Bericht über die rechtswidrige Vergabe von Millionenfördergeldern für Projekte zur Bekämpfung von Antisemitismus hat Berlins Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson ihr Amt niedergelegt. Die Affäre hat politische Auseinandersetzungen ausgelöst, wobei CDU-Generalsekretärin Ottilie Klein Bürgermeister Kai Wegner gegen Kritik im Zusammenhang mit dem Skandal in Schutz nahm.
Auslöser der Kontroverse war ein Prüfbericht des Berliner Rechnungshofs, der auf die zweckentfremdete Verwendung von Mitteln hinwies, die eigentlich für Initiativen gegen Antisemitismus vorgesehen waren. Wedl-Wilson reagierte mit ihrem Rücktritt, was in der politischen Landschaft auf breite Resonanz stieß.
Klein würdigte die scheidende Senatorin als "herausragend" und äußerte "großen Respekt" für ihre Entscheidung. Zugleich wies sie Versuche, Wegner eine Mitschuld zuzuschreiben, entschieden zurück und bezeichnete solche Vorwürfe als "unbegründet". Kritik von Oppositionsparteien sowie vom SPD-Spitzenkandidaten Steffen Krach qualifizierte sie als "Wahlkampfgeklapper" und ein "durchsichtiges Manöver".
Die Generalsekretärin betonte, es gelte nun, die Bemühungen im Kampf gegen Antisemitismus in Berlin neu zu bündeln. Die Gelder müssten vor allem bei den Gemeinschaften ankommen, die sie am dringendsten benötigten. Auf Spekulationen über einen Koalitionsbruch angesprochen, stellte Klein klar, dass Krach seit 2021 keine Landesregierung mehr angehört, da er damals als Regierungsmitglied in Berlin ausscheid und stattdessen Regionspräsident in Hannover wurde.
Wedl-Wilsons Rücktritt folgt auf einen vernichtenden Prüfbericht, während Klein versucht, Wegner von jeder Verantwortung freizuhalten. Angesichts der Forderungen nach einer Neuverteilung der Mittel und einer Rückkehr zum eigentlichen Ziel – der Antisemitismusprävention – dreht sich die Debatte nun darum, wie Berlin die Fehlvergaben aufarbeiten und deren weitere Folgen bewältigen wird.






