Nach 30 Jahren sucht der Mummelsee-König dringend einen Nachfolger
Seit 30 Jahren verkörpert Hermann Müller die Legende vom Mummelsee-König
In einem Grasmantel und auf Stelzen schreitend durchstreift er die Ufer des Sees, erschreckt Erwachsene – doch für Kinder hat er immer Süßigkeiten parat. Mit 70 Jahren will er nun die Krone weitergeben – doch einen Nachfolger zu finden, gestaltet sich schwieriger als gedacht.
Der Mummelsee im Schwarzwald ist von Mythen und Sagen umwoben. Geschichten erzählen von Nymphen, unterirdischen Kristallpalästen und Stürmen, die durch ins Wasser geworfene Steine ausgelöst werden. Seit Jahrzehnten hält Hermann Müller diese Erzählungen lebendig, indem er den Mummelsee-König verkörpert – mit Dreizack, Krone und meterhohen Stelzen, die wie Schuhe getarnt sind. Vor jedem Auftritt schminkt er sich sorgfältig, damit die Figur authentisch wirkt.
Vor zwei Jahren kündigte Müller seinen Rückzug an, doch bisher hat sich niemand gefunden, der seine Rolle übernehmen könnte. Sein Enkel Ben zieht die Nachfolge nun in Erwägung. Gemeinsam mit Karl-Heinz Müller, dem örtlichen Hotelmanager, will man Anfang nächsten Jahres über die Zukunft des Königsamtes beraten.
Die Erscheinung des Königs lockt Besucher an, besonders Kinder, die sich an seiner Mischung aus Schelmerei und Güte erfreuen. Zwar hat Müller Spaß daran, Erwachsene zu erschrecken, doch für die kleinen Gäste hält er stets Süßigkeiten bereit. Seine Auftritte sind längst zu einer geliebten Tradition geworden, die lokale Mythen mit verspieltem Theater verbindet.
Die Suche nach einem neuen Mummelsee-König geht weiter – Ben Müller gilt als aussichtsreichster Kandidat. Sollte er zusagen, bliebe die Rolle in der Familie, und die Legende könnte fortleben. Bis dahin bleiben die Geschichten des Sees und sein König ein einzigartiger Teil des regionalen Charme.






