14 April 2026, 02:26

Neue Wende in der Reichelt-Affäre: NDR zieht vor Gericht gegen Zensur

Gruppe von Menschen in einem öffentlichen Raum in einer hitzigen Diskussion mit Reportern, die Mikrofone, Handys und Papiere im Hintergrund halten.

Neue Wende in der Reichelt-Affäre: NDR zieht vor Gericht gegen Zensur

Die Julian-Reichelt-Affäre – ungelöst seit den Spiegel-Enthüllungen von 2022

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Auch im Frühjahr 2026 ist die Affäre um den ehemaligen Bild-Chef Julian Reichelt noch immer nicht abschließend geklärt. Neue juristische Schritte des NDR könnten nun jedoch eine öffentliche Aufarbeitung der Vorwürfe erzwingen – darunter der Missbrauch von Macht während Reicheltes Amtszeit bei der Bild. Der Fall zieht sich seit Jahren hin und spiegelt damit die berüchtigt langsame Justiz in Deutschland wider.

2023 hatte das ARD-Format Reschke Fernsehen in einem Beitrag vorgeworfen, Reichelt habe seine Position ausgenutzt, um Frauen zu sexuellen Beziehungen zu drängen. Die Sendung ist mittlerweile nicht mehr in der ARD-Mediathek abrufbar, da die zweijährige Aufbewahrungsfrist abgelaufen ist. Kurz nach der Ausstrahlung beantragte Reichelt eine einstweilige Verfügung – mit der Folge, dass zentrale Passagen geschwärzt wurden.

Nun hat der NDR beschlossen, den Fall vor Gericht zu bringen. Der Sender will die zensierten Teile des Beitrags wiederherstellen und die Wahrheit der Vorwürfe beweisen. Im Rahmen des Verfahrens sollen Zeugen aussagen – darunter eine Frau, die behauptet, Reichelt habe sie zu einer Beziehung genötigt. Ihre Aussagen könnten für den Bild-Verlag Axel Springer unangenehm werden, da einige der betroffenen Frauen berufliche Konsequenzen erlitten haben sollen, nachdem sie sich geäußert hatten.

Trotz des anhaltenden Rechtsstreits bleiben zentrale Fragen ungeklärt. Nie wurde offiziell bestätigt, wie viele Beziehungen Reichelt zu Untergebenen unterhielt oder ob er seine Einflussmöglichkeiten ausnutzte. Reichelt selbst bestreitet stets, Frauen zu sexuellen Kontakten gedrängt zu haben.

Der Fall wird nun durch das deutsche Justizsystem gehen, wo Verzögerungen – besonders in Presserechtsstreitigkeiten – an der Tagesordnung sind. Sollte der NDR Erfolg haben, könnte die wiederhergestellte Reportage weitere Klarheit über die Vorwürfe bringen. Bis dahin wirft die Affäre weiterhin einen Schatten auf Reicheltes Karriere und den Umgang des Axel-Springer-Verlags mit dem Fall.

Quelle