Oktoberfest-Klassiker: Warum die Rutschbahn seit 89 Jahren für Adrenalin sorgt
Harry JesselOktoberfest-Klassiker: Warum die Rutschbahn seit 89 Jahren für Adrenalin sorgt
Seit 89 Jahren ist die Rutschbahn ein fester Bestandteil des Münchner Oktoberfests. Die hölzerne Rutschbahn, die seit sechs Generationen von der Familie Konrad betrieben wird, bietet eine schnelle und ungewöhnliche Fahrt. Besucher steigen per Förderband eine 32 Meter hohe Rampe aus Gummi hinauf, um sich dann 40 Meter auf einer Matte hinabzuschießen – wenn sie das Gleichgewicht halten können.
Die größte Herausforderung der Attraktion besteht darin, nicht umzukippen, besonders nach ein paar Bier. Zwar sind betrunkene Gäste offiziell verboten, doch manche schleichen sich trotzdem auf die Bahn und sorgen für peinliche Zwischenfälle wie Erbrechen. Die Mitarbeiter greifen ein, um Stürzende aufzufangen, denn Sicherheit hat oberste Priorität.
Claus Konrad, der heutige Schausteller, beschreibt die Rutschbahn als "ungewöhnlich" – wegen ihrer Geschwindigkeit und der besonderen Mechanik. Während des Festes lebt er mit seiner Familie in einem Wohnwagen und leitet den Betrieb. Ein unvergesslicher Moment war, als eine Gruppe Schotten ohne Unterwäsche unter ihren Kilts rutschte und damit für Aufsehen sorgte.
Weltweit gibt es etwa 20 bis 30 ähnliche große Holzbahnen, meist in Freizeitparks wie dem Europa-Park oder dem Prater in Wien. Viele sind nur temporär im Einsatz, etwa auf Jahrmärkten in den USA oder auf Festen wie dem Cannstatter Volksfest in Stuttgart.
Konrad hofft, dass das diesjährige Oktoberfest ohne Unfälle verläuft – mit gutem Wetter und starkem Besucherandrang. Die Rutschbahn bleibt eine Probe aufs Gleichgewicht – und manchmal auch auf die Nüchternheit – für alle, die sich trauen.






