16 March 2026, 14:24

Rekordzahl an Kirchenaustritten: Über 650.000 Menschen verlassen 2023 die großen Kirchen

Eine Schwarz-Weiß-Zeichnung einer StraßenSzene in Heidelberg, Deutschland, mit der Kirche der Heiligen Dreifaltigkeit im Hintergrund, umgeben von Gebäuden, Menschen, Tieren, Bäumen und einem Himmel, mit Text unten lesbar "Die Kirche der Heiligen Dreifaltigkeit im alten Stadtzentrum von Heidelberg, Deutschland".

Kirchen verlieren weiterhin Mitglieder in Sachsen - Rekordzahl an Kirchenaustritten: Über 650.000 Menschen verlassen 2023 die großen Kirchen

Über 650.000 Menschen traten 2023 aus den beiden größten christlichen Konfessionen Deutschlands aus. Die evangelische Kirche verzeichnete rund 350.000 Austritte, während die katholische Kirche etwa 307.000 Mitglieder verlor. Auch in Sachsen gingen die Zahlen in beiden Kirchen zurück, wobei sich gleichzeitig leichte Verschiebungen im Engagement der Gläubigen abzeichneten.

Die evangelische Landeskirche in Sachsen verlor im vergangenen Jahr etwa 17.700 Mitglieder und zählt nun noch knapp 558.000 Gläubige. Mehr als 10.000 dieser Austritte erfolgten durch formelle Kirchenaustritte. Tobias Bilz, Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens, räumte den Rückgang ein, betonte jedoch die anhaltende Verpflichtung der Kirche: "Wir sind eine Kirche für andere – und das bleiben wir, auch wenn wir kleiner werden", erklärte er.

Unterdessen sank die Zahl der Mitglieder im Bistum Dresden-Meißen um etwa 3.500 auf nunmehr 124.700 Gläubige. Trotz dieses Rückgangs verzeichnete das Bistum einen leichten Anstieg der Gottesdienstbesucher: Mittlerweile nehmen 12,5 Prozent der Mitglieder regelmäßig an den Messen teil. Bischof Bilz verwies zudem auf die gesellschaftliche Rolle der Kirche und unterstrich, dass ihre diakonischen Einrichtungen "grundsätzlich allen Menschen in Sachsen offenstehen – unabhängig von ihrem Glauben".

Die bundesweiten Zahlen bestätigen den anhaltenden Trend der Entkirchlichung. Zwar liegen keine genauen Gesamtzahlen seit 2010 vor, doch allein 2023 verließen über 650.000 Menschen offiziell die beiden großen Kirchen.

Der Mitgliederschwund betrifft sowohl evangelische als auch katholische Gemeinden in ganz Deutschland, wobei Sachsen das übergeordnete Muster widerspiegelt. Dennoch betonen lokale Verantwortliche trotz sinkender Zahlen die bleibende Bedeutung der Kirche im öffentlichen Leben. Die Statistiken zeigen zudem kleine, aber bemerkenswerte Veränderungen – etwa eine gestiegene Teilnahme in einigen katholischen Gemeinden.

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