10 April 2026, 12:27

Streit um Kürzungen bei "Demokratie leben!" – 200 Projekte drohen das Aus

Eine historische Posterkarte von Europa während der Schlacht von Leipzig, unterteilt in Abschnitte für Europa und Frankreich, mit beschrifteten Regionen, Städten und geografischen Merkmalen.

Streit um Kürzungen bei "Demokratie leben!" – 200 Projekte drohen das Aus

Ein politischer Streit ist über Pläne zur Kürzung der Mittel für das deutsche Programm "Demokratie leben!" entbrannt. CDU-Ministerin Karin Prien kündigte Reformen an, die bis Ende des Jahres über 200 Projekte auslaufen lassen sollen. Der Schritt stößt bei Oppositionsparteien und Koalitionspartnern gleichermaßen auf scharfe Kritik.

Die Initiative "Demokratie leben!" war 2014 mit einer jährlichen Förderung von 200 Millionen Euro gestartet worden und unterstützt Organisationen, die sich gegen Hassrede und Extremismus engagieren. Ministerin Prien räumte zwar bestimmte Erfolge ein, betonte jedoch, dass eine Neuausrichtung notwendig sei. Ihr Vorschlag, die Förderung für Gruppen wie HateAid zu streichen, löste umgehend Protest aus.

SPD-Co-Vorsitzende Saskia Esken verurteilte die Kürzungen und warnte, diese würden die Zivilgesellschaft destabilisieren. Sie hob HateAid als zentrale Organisation im Kampf gegen digitale Hetze und Gewalt hervor. Der SPD-Abgeordnete Felix Döring verteidigte zwar das grundsätzliche Bekenntnis der Koalition zur Demokratieförderung, stellte Priens Begründung jedoch infrage.

Die Opposition reagierte prompt. Die Linken-Abgeordnete Clara Bünger warf der CDU/CSU vor, die Zivilgesellschaft zu schwächen und damit indirekt der rechtsextremen AfD in die Hände zu spielen. Derweil lobte der AfD-Abgeordnete Kay Gottschalk Priens Pläne und dankte ihr für die Umstrukturierung. Der CDU-Politiker Christoph Ploß feierte unterdessen in den sozialen Medien das voraussichtliche Ende der HateAid-Förderung.

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Die Linke hat inzwischen einen Antrag eingebracht, um die Kürzungen im Parlament zu debattieren.

Die geplanten Reformen werden dazu führen, dass bis Dezember über 200 Projekte ihre Förderung verlieren. Während die CDU die Notwendigkeit des Wandels betont, warnen Kritiker, die Kürzungen würden den Kampf gegen Extremismus schwächen. Die Debatte wird sich voraussichtlich fortsetzen, sobald der Antrag im Parlament behandelt wird.

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