Theo Müller fordert CDU-AfD-Zusammenarbeit nach knapper Landtagswahl in Baden-Württemberg
Kreszentia SchachtMüller-Chef ermutigt CDU zu Koalition mit AfD - Theo Müller fordert CDU-AfD-Zusammenarbeit nach knapper Landtagswahl in Baden-Württemberg
Theo Müller, der einflussreiche Milchindustrielle und CSU-Mitglied, hat sich zur Regierungsbildung in Baden-Württemberg geäußert. Seine Äußerungen folgen auf eine knappe Landtagswahl, bei der die Grünen die CDU mit nur 0,5 Prozentpunkten Vorsprung knapp schlugen. Beide Parteien verfügen nun über je 56 Sitze im neuen Parlament.
Müller kritisierte die Haltung der CDU und argumentierte, die Partei dürfe sich nicht mit einer Nebenrolle unter dem Grünen-Politiker Cem Özdemir zufriedengeben. Stattdessen schlug er vor, eine Zusammenarbeit mit der rechtspopulistischen AfD zu prüfen, die mit 18,8 Prozent und 35 Sitzen stark zulegte.
Die Wahlergebnisse markieren einen Wandel im Vergleich zu 2021, als die Grünen mit 32,6 Prozent die Wahl gewannen und mit der FDP regierten. Diesmal fielen die Grünen auf 30,2 Prozent zurück, während die CDU auf 29,7 Prozent kam. Der Aufstieg der AfD auf 18,8 Prozent hat die politische Landschaft verändert, während SPD, FDP und die Linke Verluste hinnehmen mussten.
Obwohl Müller kein AfD-Mitglied ist, lobte er den Spitzenkandidaten der Partei, Markus Frohnmaier, und bezeichnete dessen Positionen als "vernünftig". Er schlug eine CDU-AfD-Koalition vor oder zumindest eine Duldung einer CDU-geführten Regierung durch die AfD. Dies steht im Kontrast zu Özdemirs Ablehnung eines gemeinsamen Regierungsvorschlags der CDU.
Eine grün-schwarze Koalition bleibt die wahrscheinlichste Option, da beide Parteien gemeinsam über 112 Sitze verfügen – deutlich mehr als die absolute Mehrheit. Doch Müllers Intervention unterstreicht die innerparteilichen Spannungen in der CDU, ob man sich mit der AfD einlassen oder die bestehende Partnerschaft fortsetzen soll.
Nun stehen CDU und Grüne vor der Entscheidung: die Koalition erneuern oder Alternativen in Betracht ziehen. Müllers Aussagen erhöhen den Druck auf die CDU, ihre Optionen sorgfältig abzuwägen. Angesichts des AfD-Aufstiegs wird die Debatte über mögliche Bündnisse in den kommenden Wochen weiter an Fahrt aufnehmen.