Thüringen investiert 2,5 Milliarden Euro gegen jahrelangen Sanierungsstau bis 2036
Gabi KranzWolf: "Geschwindigkeit zählt bei Investitionen" - Thüringen investiert 2,5 Milliarden Euro gegen jahrelangen Sanierungsstau bis 2036
Thüringen erhält in den nächsten zwölf Jahren 2,5 Milliarden Euro aus dem Bundessondervermögen. Das Land plant, das Geld zu nutzen, um langjährige Investitionsstaus abzubauen und die öffentlichen Dienstleistungen zu verbessern. Anders als andere Bundesländer startet Thüringen ein separates Programm über eine Milliarde Euro, um Kommunen direkt zu unterstützen.
Berlin hingegen wird 2026 rund 5,9 Milliarden Euro und 2027 etwa 6,3 Milliarden Euro investieren, wobei etwa 1,2 Milliarden aus demselben Bundesinfrastrukturfonds stammen. Auch andere Länder wie Nordrhein-Westfalen und Bayern stellen Milliarden für Klima- und Verkehrsprojekte im Rahmen des Programms bereit.
Thüringens Finanzministerin Katja Wolf betont die Dringlichkeit, die Mittel zügig einzusetzen. Steigende Materialkosten, unter anderem durch Spannungen im Iran bedingt, erhöhen den Handlungsdruck. Das Land plant, in diesem und im nächsten Jahr insgesamt 633 Millionen Euro zu investieren – etwa ein Viertel der gesamten Zuweisung.
Priorität haben Projekte, die bereits in der Planung sind. Dazu zählen 10 Millionen Euro für die Digitalisierung des Gesundheitswesens, 8 Millionen Euro für niederflurige ÖPNV-Fahrzeuge und 16 Millionen Euro für ein neues Landesrechenzentrum. Zusätzlich wurden 75 Millionen Euro für die Umstrukturierung von Krankenhäusern reserviert.
Die bis 2036 verfügbaren Mittel konzentrieren sich auf Bereiche mit Finanzierungslücken, darunter innere Sicherheit, digitale Infrastruktur, Energie, Bildung und Forschung. Thüringens Ansatz unterscheidet sich von anderen Ländern durch einen eigens eingerichteten Fonds über eine Milliarde Euro für Kommunen, um auch kleinere Gemeinden direkt zu fördern.
Nordrhein-Westfalen erhält 21 Prozent der 100 Milliarden Euro, die der Bund aus seinem 500-Milliarden-Infrastruktur- und Klimafonds an die Länder verteilt. Bayern hingegen fordert eine jährliche "Kommunal- und Heimatmilliarde", um den geschätzten Investitionsstau von 20 bis 30 Milliarden Euro zu bewältigen.
Thüringens Investitionsoffensive läuft bis 2036 und zielt auf längst überfällige Modernisierungen in öffentlichen Dienstleistungen und Infrastruktur ab. Das separate Milliardenprogramm für kommunale Träger soll die Mittelverteilung gerechter gestalten. Mit bereits laufenden Projekten rechnen Beamte in den kommenden Jahren mit sichtbaren Fortschritten in Verkehr, Gesundheitswesen und digitalen Dienstleistungen.






