17 March 2026, 02:23

UniCredit überrumpelt Commerzbank mit 35-Milliarden-Offerte – doch Berlin blockt bereits

Balkendiagramm, das Wertminderungen von Ölunternehmen zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

UniCredit überrumpelt Commerzbank mit 35-Milliarden-Offerte – doch Berlin blockt bereits

Überraschendes Übernahmeangebot: UniCredit bietet 35 Milliarden Euro für Commerzbank

Ein überraschendes Übernahmeangebot der italienischen UniCredit über 35 Milliarden Euro für die Commerzbank sorgte am Montag für Aufsehen am deutschen Markt. Der Vorstoß trieb die Commerzbank-Aktie um fast 10 % nach oben und gab dem DAX vorübergehend Auftrieb. Analysten warnen jedoch, dass der Ausgang der Transaktion die weitere Marktentwicklung maßgeblich prägen könnte.

UniCredit bewertet die Commerzbank mit 30,80 Euro pro Aktie und bietet für jede Commerzbank-Aktie 0,485 eigene Anteile an. Das Angebot, das voraussichtlich im Mai formalisiert wird, gilt weniger als konkreter Übernahmeversuch, sondern vielmehr als strategischer Schachzug des UniCredit-Chefs Andrea Orcel, um die Commerzbank-Führung an den Verhandlungstisch zu zwingen.

Gegenwind gibt es bereits: Die Bundesregierung, die Gewerkschaft Verdi und der Betriebsrat der Commerzbank haben die Pläne scharf kritisiert. Historisch betrachtet lehnt Berlin ausländische Übernahmen großer Banken ab – wie 2007 bei der Hypo Real Estate oder 2019, als unter der Regierung von Angela Merkel ähnliche Spekulationen über eine Fusion von UniCredit und Commerzbank gestoppt wurden.

Gemischte Signale am Markt Währenddessen belasteten schwankende Ölpreise zyklische Aktien und Reiseunternehmen. Bayer und Siemens Energy legten hingegen zu, gestützt durch positive Studienergebnisse bzw. starke Quartalszahlen. Der DAX bleibt jedoch unter Druck und notiert unter seinem 50-Tage-Durchschnitt. Händler beobachten die Marke von 22.900 Punkten als entscheidende Unterstützung – ein Bruch dieses Niveaus könnte weitere Verluste nach sich ziehen. Für eine nachhaltige Erholung müsste der Index laut Analysten die 24.000-Punkte-Marke zurückerobern.

Entscheidende Weichenstellung für den DAX Die kurzfristige Entwicklung des DAX hängt nun davon ab, wie Politik und Commerzbank auf das UniCredit-Angebot reagieren. Scheitert der Deal oder zieht sich der Widerstand in die Länge, könnte der Markt seinen jüngsten Schwung verlieren. Auch technisch bleibt die Lage fragil: Die nächsten Kursmarken werden zeigen, ob der Verkaufsdruck zunimmt oder nachlässt.

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