21 March 2026, 08:24

1&1-Chef Dommermuth kämpft um Frequenzen und baut Netz rasant aus

Ein detailliertes historisches Plakat der ersten Grafschaft Tirol, das eine Karte mit geografischen Merkmalen wie Flüssen, Bergen und Städten sowie erklärendem Text zeigt.

1&1 CEO Dommermuth Rules Out Sale to Telefónica - 1&1-Chef Dommermuth kämpft um Frequenzen und baut Netz rasant aus

Ralph Dommermuth, der Chef von 1&1, liegt in einem Rechtsstreit mit der Bundesnetzagentur. Im Mittelpunkt des Konflikts steht die Verlängerung der Niederfrequenzlizenzen, die seiner Ansicht nach ungerecht an konkurrierende Anbieter vergeben wurden. Gleichzeitig treibt das Unternehmen den rasanten Ausbau seines Netzes voran – die Versorgung erreicht mittlerweile Millionen Haushalte in ganz Deutschland.

Innerhalb der letzten drei Jahre hat sich 1&1 von einem Nischenanbieter zu einer wachsenden Kraft auf dem deutschen Mobilfunkmarkt entwickelt. Zwischen 2023 und Anfang 2026 stieg die Netzabdeckung des Unternehmens von nahezu null auf etwa 80 Prozent der Bevölkerung – angetrieben durch den eigenen 5G-Ausbau im 3,6-GHz-Bereich. Bis Ende 2025 hatte 1&1 bereits das regulatorische Ziel von 25 Prozent Haushaltsabdeckung übertroffen und lag bei 27 Prozent. Nun peilt das Unternehmen bis Ende 2026 eine Abdeckung von 35 Prozent an.

Der Markteintritt von 1&1 als vierter Netzbetreiber hat die Branche aufgemischt. Zwar dominieren nach wie vor Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica O2 mit Marktanteilen von 35–38 Prozent, 28–30 Prozent bzw. 25–27 Prozent und einer nahezu flächendeckenden Versorgung, doch der rasante, wenn auch noch kleinere Ausbau von 1&1 hat den Wettbewerb belebt. Studien von Instituten wie Opensignal und nPerf bestätigen, dass dies zu sinkenden Preisen für Verbraucher geführt hat.

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Dommermuth steht weiterhin voll hinter dem Projekt und weist Spekulationen über einen Verkauf des Geschäfts zurück. Gleichzeitig zeigt er sich offen für pragmatische Kooperationen, etwa beim gemeinsamen Nutzen von Mobilfunkmasten in ländlichen Gebieten, um die Effizienz zu steigern. Sein Hauptaugenmerk liegt jedoch auf der Sicherung der Niederfrequenzen, die seiner Meinung nach für eine zuverlässige Innenraumversorgung unverzichtbar sind. Die jüngste Verlängerung dieser Frequenzen für etablierte Anbieter hält er für rechtswidrig und fechtet die Entscheidung gerichtlich an.

Der Rechtsstreit um die Niederfrequenzen könnte die künftige Entwicklung von 1&1 entscheidend prägen. Mit der wachsenden Netzabdeckung und sinkenden Preisen hat das Unternehmen bereits spürbare Veränderungen für Verbraucher bewirkt. Dommermuths Entschlossenheit, das Netz weiter auszubauen – ohne einen Verkauf anzustreben –, deutet darauf hin, dass der Wettbewerb in Zukunft noch weiter zunehmen wird.

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