21 March 2026, 08:24

Historisches Patt bei Landtagswahl in Baden-Württemberg: Grünen und CDU gleichauf

Gelblicher Zeitungsausschnitt mit schwarzer Schrift, Überschrift "Semanario Repúblicano Democrático Federal", mit dem Wort "Diskussion", leicht zerknittert.

Skandal vor der Wahl - Fischer bittet Hagel um Vergebung - Historisches Patt bei Landtagswahl in Baden-Württemberg: Grünen und CDU gleichauf

Landtagswahl in Baden-Württemberg endet mit seltenem Patt zwischen Grünen und CDU

Die Landtagswahl in Baden-Württemberg am 8. März 2026 hat die Grünen und die CDU in ein seltenes Patt manövriert. Beide Parteien halten nun jeweils 56 Sitze, nachdem ein knapper Wahlkampf unter dem neuen Wahlsystem der Region zu diesem unerwarteten Ergebnis führte. Die Stimmung heizte sich auf, nachdem eine Grünen-Abgeordnete einen umstrittenen Beitrag geteilt hatte, der sich gegen den Spitzenkandidaten der CDU richtete – es folgte eine Entschuldigung sowie Vorwürfe einer "schmutzigen Kampagne".

Laut Wahlergebnis liegen die Grünen mit 30,2 Prozent der Zweitstimmen knapp vor der CDU, die 29,7 Prozent erreichte. Das neue Wahlsystem mit zwei Stimmen – bei dem Wähler sowohl einen Direktkandidatin als auch eine Parteiliste wählen – führte zu diesem ungewöhnlichen Gleichstand. Die CDU sicherte sich alle 56 Direktmandate in den 70 Wahlkreisen, gestützt auf starke Unterstützung im ländlichen Raum, während die Grünen in urbanen Zentren wie Stuttgart und Freiburg dominierten. Unterdessen legte die AfD auf 18,8 Prozent zu, die SPD stürzte auf 5,5 Prozent ab, und kleinere Parteien scheiterten an der Fünf-Prozent-Hürde. Die Wahlbeteiligung stieg auf 69,6 Prozent – ein Plus von 5,8 Prozentpunkten gegenüber 2021.

Nach der Wahl teilte die Grünen-Politikerin Simone Fischer einen Beitrag mit einem Foto des CDU-Spitzenkandidaten Manuel Hagel. Die Überschrift lautete "Amtliche Verwarnung", darunter stand der Text "Versteckt eure Kinder". Der Beitrag bezog sich auf ein acht Jahre altes Video, in dem Hagel bewundernde Bemerkungen über eine minderjährige Schülerin gemacht hatte. Die Grünen-Abgeordnete Zoe Mayer hatte das gleiche Video bereits zuvor erneut geteilt.

Fischer entschuldigte sich später direkt bei Hagel für den Beitrag und bezeichnete ihn als Fehler. Die Grünen werteten ihre Entschuldigung als Schritt, um vor möglichen Koalitionsgesprächen Vertrauen wiederherzustellen. Die CDU warf den Grünen hingegen vor, eine "schmutzige Kampagne" geführt zu haben. Trotz des Streits haben die Grünen die CDU nun zu offiziellen Sondierungsgesprächen über eine Regierungsbildung eingeladen.

Angesichts des Patts müssen beide Parteien verhandeln, um eine arbeitsfähige Mehrheit zu sichern. Die Entschuldigung der Grünen soll die Spannungen mildern, doch die Vorwürfe der CDU könnten die Gespräche erschweren. Bei insgesamt 157 Sitzen im Landtag muss jede mögliche Koalition tiefe Gräben überwinden, bevor eine stabile Regierung stehen kann.

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