1,9-Millionen-Euro-Betrug: Parkuhren-Dieb von Kempten vor Gericht
Kreszentia Schacht1,9-Millionen-Euro-Betrug: Parkuhren-Dieb von Kempten vor Gericht
In Kempten hat nun der Prozess um den Diebstahl von fast 1,9 Millionen Euro aus städtischen Parkuhren begonnen. Im Mittelpunkt des Verfahrens stehen ein 40-jähriger kommunaler Mitarbeiter und seine 38-jährige Ehefrau, die beschuldigt werden, über mehr als zehn Jahre hinweg systematisch Gelder gestohlen und gewaschen zu haben. Ihr Betrug flog Ende 2025 auf, nachdem eine Bank ungewöhnliche Transaktionen auf ihren Konten festgestellt hatte.
Der Mann, der bei der Stadt angestellt war, soll zwischen 2013 und 2025 hunderte Male Parkuhren geleert haben. Statt das Bargeld wie vorgeschrieben abzuliefern, behielt er es für private Zwecke. Seine Frau soll ihm geholfen haben, das Geld zu waschen, indem sie es auf verschiedene Konten einzahlte oder gegen Geschenkgutscheine eintauschte.
Der Betrug kam im November 2025 ans Licht, als Finanzinstitute verdächtige Aktivitäten im Zusammenhang mit den Konten des Paares meldeten. Die Behörden nahmen beide Beschuldigten kurz darauf fest; seitdem sitzen sie in Untersuchungshaft.
Als Reaktion auf den Skandal tauschte die Stadt alle Schlösser der Parkuhren aus und übertrug die Wartungsarbeiten an ein externes Unternehmen. Zudem wurden strengere Kontrollen eingeführt, auch wenn keine weiteren konkreten Sicherheitsmaßnahmen öffentlich bestätigt wurden. Die Staatsanwaltschaft fordert nun die vollständige Einziehung der gestohlenen Gelder, während das Verfahren weiterläuft.
Die laufenden Verhandlungen werden über das Schicksal des Paares entscheiden, dem Untreue und Geldwäsche vorgeworfen wird. Bei einer Verurteilung droht ihnen der Verlust aller illegal erworbenen Vermögenswerte. Die Stadt hat unterdessen bereits die Überwachung ihres Parkgebührensystems verschärft.






