Warum das wachsende Misstrauen gegen Institutionen Populisten wie die AfD stärkt
Kreszentia SchachtWarum das wachsende Misstrauen gegen Institutionen Populisten wie die AfD stärkt
Der Soziologe Aladin El-Mafaalani hat analysiert, warum das Misstrauen gegenüber zentralen Institutionen wächst. In seinem neuesten Buch "Gemeinschaften des Misstrauens" untersucht er, wie Menschen das Vertrauen in Staat, Gerichte, Wissenschaft und Medien verlieren. Seine Erkenntnisse zeigen, dass dieser Wandel den Aufstieg rechtspopulistischer Bewegungen wie der AfD in Deutschland und von Figuren wie Trump im Ausland begünstigt.
El-Mafaalani argumentiert, dass misstrauische Menschen sich zunehmend mit Gleichgesinnten verbünden, die ihre Skepsis teilen. Digitale Medien ermöglichen es diesen Gruppen, sich leichter denn je zu vernetzen und zu organisieren. Mit der Zeit bilden sie eng verbundene "Gemeinschaften des Misstrauens", die etablierte Institutionen vollständig ablehnen.
Die "Alternative für Deutschland" (AfD) entstand 2013 als Protestpartei mit Fokus auf EU- und Euro-Skepsis. Nach der Flüchtlingskrise 2015 vollzog sie eine radikale Wende hin zu rechtspopulistischen und migrationsfeindlichen Positionen. Interne Konflikte führten 2015 zu einer Spaltung, bei der Gemäßigtere die Partei "Alfa" gründeten, während der radikalisierte Kern der AfD sich durchsetzte. 2013 verfehlte sie mit 4,7 Prozent der Stimmen knapp den Einzug in den Bundestag, erreichte aber 2014 bei der Europawahl sieben Prozent. 2017 zog sie schließlich ins Parlament ein, und bis 2025 hatte sie ihre Unterstützung verdoppelt – mit Alice Weidel als Kanzlerkandidatin.
El-Mafaalani warnt, dass bloße Enthüllungen über die Inkompetenz der AfD ihre Anhänger nicht zurückgewinnen werden. Populistische Strategen arbeiten gezielt daran, das Misstrauen gegenüber demokratischen Systemen zu vertiefen, was eine Umkehr erschwert. Seine Forschung deutet darauf hin, dass ein Verständnis dieser Dynamiken entscheidend ist, um der Anziehungskraft rechtsextremer Bewegungen entgegenzuwirken.
Das Wachstum der AfD spiegelt einen größeren Trend wider, bei dem institutionelles Misstrauen politische Verschiebungen vorantreibt. El-Mafaalanis Arbeit zeigt, wie diese "Gemeinschaften des Misstrauens" populistische Bewegungen stärken. Seine Erkenntnisse unterstreichen die Notwendigkeit gezielter Strategien, um das Vertrauen in die Demokratie wiederherzustellen.






