Kommunen planen gemeinsame Seniorenpolitik für barrierefreies und selbstständiges Wohnen
Harry JesselKommunen planen gemeinsame Seniorenpolitik für barrierefreies und selbstständiges Wohnen
Vertreter aus fünf Kommunen trafen sich kürzlich, um über Seniorenpolitik und selbstständiges Wohnen im Alter zu beraten. Bei dem Treffen, bekannt als Bergische Runde, standen der Ausbau von Unterstützungsnetzwerken, Barrierefreiheit und digitale Teilhabe im Mittelpunkt. Die Delegationen tauschten sich über lokale Projekte aus und vereinbarten, auch künftig gemeinsam an gemeinsamen Herausforderungen zu arbeiten.
Im Rahmen der Veranstaltung stellten Vertreter aus Radevormwald, Mettmann, Haan, Remscheid und Solingen ihre aktuellen Initiativen vor. Ein zentrales Thema war die Rolle der Seniorenbeiräte als Bindeglied zwischen älteren Bürgern und den lokalen Behörden. Radevormwald kündigte zudem eine Befragung von rund 3.000 Senioren an, um deren Bedürfnisse zu ermitteln.
Barrierefreiheit im öffentlichen Raum und bei Bezahlsystemen war ein weiteres zentrales Anliegen. Die Gruppe diskutierte Möglichkeiten, digitale und analoge Dienstleistungen seniorenfreundlicher zu gestalten. Bereits jetzt setzen verschiedene Regionen konkrete Maßnahmen um: In Düren startet im Mai 2026 das Projekt Oldschool, das kostenlose mobile Digitalkurse für 60- bis 80-Jährige anbietet, mit Aufbaukursen ab September. Kaiserslautern führt ab dem 7. April 2026 im Stadtteil Grübentälchen den ehrenamtlich getragenen Service Digitale Hilfe ein. In Leipzig vermittelte die Kampagne Eingeloggt! Kurse zu Online-Buchungen, Gedächtnistraining und dem Erkennen von Falschmeldungen, während Oldenburg einen Vortrag zum Thema KI für Senioren veranstaltete. Karlsruhe startete zudem seine überarbeitete Barrierefrei-Web-App neu, die älteren Menschen die Orientierung in der Stadt erleichtern soll.
Das nächste Treffen der Bergischen Runde ist für den 21. Mai 2026 geplant. Jürgen Axel Seeh wird die Vorbereitungen für den Bergischen Seniorentag 2028 in Wuppertal koordinieren, der sich auf Präventionsmaßnahmen konzentrieren wird. Die Teilnehmer bekräftigten ihren Willen, weiterhin Ideen auszutauschen und die Seniorenpolitik abzustimmen.
Die beteiligten Kommunen sehen sich mit ähnlichen Herausforderungen bei der Unterstützung ihrer alternden Bevölkerung konfrontiert. Durch die fortgesetzte Zusammenarbeit streben sie eine Verbesserung von Barrierefreiheit, digitalen Kompetenzen und selbstständigem Wohnen an. Der nächste Seniorenforum in Wuppertal wird diese Diskussionen aufgreifen und den Fokus auf präventive Ansätze legen.






