Spritpreise explodieren: Über 2 Euro pro Liter durch Iran-Konflikt und Ölknappheit
Gabi KranzSpritpreise explodieren: Über 2 Euro pro Liter durch Iran-Konflikt und Ölknappheit
Spritpreise in Deutschland steigen auf über 2 Euro pro Liter – Iran-Konflikt belastet globale Ölversorgung
Die Spritpreise in Deutschland haben die Marke von 2 Euro pro Liter überschritten, da der Konflikt im Iran die weltweite Ölversorgung beeinträchtigt. Die Blockade der Straße von Hormus hat den Preis für Rohöl seit Ende Februar von 81 auf über 100 Dollar pro Barrel getrieben. Angesichts des starken Kostenschubs reagieren nun Regierung und Wirtschaft auf die Krise.
Der Krieg im Iran begann am 28. Februar 2026 und löste einen sofortigen Preisschub bei Öl aus. Bereits bis zum 10. März mussten Autofahrer in Deutschland für Benzin und Diesel mehr als 2 Euro pro Liter zahlen – ein höherer Wert als während des Ukraine-Kriegs 2022. Anders als bei früheren Preisschwankungen ist dieser Anstieg auf die Blockade der Straße von Hormus zurückzuführen, die eine zentrale Ölroute unterbrochen hat.
Hohe Steuern und Abgaben machen deutschen Sprit bereits zu einem der teuersten in Europa – sie schlagen mit rund zwei Dritteln beim Benzinpreis und über der Hälfte beim Dieselpreis zu Buche. Das Finanzministerium wies Vorwürfe zurück, von der Preiserhöhung zu profitieren. Gleichzeitig veröffentlichte der Ölindustrieverband en2x einen "Realitätscheck", um Vorwürfe der Preistreiberei zu entkräften. Darin heißt es, die Spritkosten orientierten sich an den Produktmärkten und nicht allein am Rohölpreis. Zudem würden über 70 Prozent der deutschen Raffination von Unternehmen ohne eigenes Tankstellennetz betrieben.
Wirtschaftsministerin Katerina Reiche warnte vor möglichen Engpässen Ende April, sollte sich der Nahost-Konflikt weiter zuspitzen. Als Reaktion leitet die Regierung nun erste Maßnahmen ein, um die Preisanstiege zu bremsen. Das Finanzministerium unter Lars Klingbeil betont unterdessen, der Staat ziehe keine finanziellen Vorteile aus den höheren Kosten.
Der anhaltende Krieg treibt die Spritpreise auf Rekordniveau, ohne dass kurzfristig Entlastung in Sicht ist. Falls die Blockade bestehen bleibt, könnten sich die Versorgungsengpässe bis Ende April verschärfen. Die Regierungsmaßnahmen zielen darauf ab, die Kosten zu stabilisieren – doch die Krise unterstreicht einmal mehr, dass Deutschland seit Langem zu den Ländern mit den höchsten Spritpreisen in Europa gehört.






