Tödlicher Angriff auf Zugbegleiter entfacht Streit um Sicherheit und Personalvorgaben
Harry JesselTödlicher Angriff auf Zugbegleiter entfacht Streit um Sicherheit und Personalvorgaben
Streit um Sicherheit von Zugbegleitern eskaliert nach tödlichem Angriff
Die Auseinandersetzungen über die Sicherheit von Zugbegleitern haben sich nach einem tödlichen Angriff Anfang dieses Jahres verschärft. Gewerkschaften fordern verbindliche Zweier-Teams, während Verkehrsminister bundesweite Vorgaben ablehnen. Die Deutsche Bahn hat zwar neue Sicherheitsmaßnahmen eingeführt, doch über langfristige Lösungen herrscht weiterhin Uneinigkeit.
Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) besteht nach dem Tod von Serkan C. im Februar in Kaiserslautern auf Zweier-Teams für alle Zugbegleiter. Gewerkschaftschef Martin Burkert warnte, die Gewalt gegen Mitarbeiter werde ohne strengere Schutzvorkehrungen weiter zunehmen. Offizielle Statistiken verzeichnen jährlich über 3.000 Angriffe auf Bahnbeschäftigte – 3.144 im Jahr 2023, 3.324 im Jahr 2024 und einen ähnlichen Trend für 2025.
Die Verkehrsministerkonferenz lehnte bundesweite Personalvorgaben ab und verwies darauf, dass die Crew-Stärke regional geregelt werden solle. Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) unterstützt diesen Ansatz mit Verweis auf Kostengesichtspunkte. Gleichzeitig begrüßte der VDV die jüngsten Sicherheitsmaßnahmen der Deutschen Bahn, darunter Körperkameras für Mitarbeiter und ausgesetzte Ausweiskontrollen für Fahrkartenprüfer.
Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder bestätigte, dass die Regierung im Rahmen des bestehenden Haushalts handle. Bis Ende April solle die Wirksamkeit der neuen Maßnahmen überprüft und über eine verbesserte Videoüberwachung an Bahnhöfen beraten werden. Der VDV erkannte die Veränderungen an, wies jedoch auf zusätzliche finanzielle Belastungen hin.
Die Sicherheitsaufrüstungen der Deutschen Bahn sind zwar umgesetzt, doch die Debatte über die Besetzung der Züge geht weiter. Die Bundesregierung wird bald die Auswirkungen ihrer Maßnahmen bewerten, während die Gewerkschaften weiterhin strengere Schutzregeln fordern. Bundesweite Vorgaben zur Personalstärke gibt es nicht – die Entscheidungen bleiben bei den regionalen Behörden.






