Dresden gedenkt der Bombennacht 1945 – zwischen Trauer und rechtsextremen Provokationen
Widerstand gegen Neonazi-Demo in Dresden - Dresden gedenkt der Bombennacht 1945 – zwischen Trauer und rechtsextremen Provokationen
Dresden gedenkt an diesem Wochenende des 80. Jahrestags seiner Zerstörung im Zweiten Weltkrieg. Zwischen dem 13. und 15. Februar 1945 legten britische und amerikanische Bomber die Stadt in Schutt und Asche – bis zu 25.000 Menschen kamen ums Leben. Jahr für Jahr sorgt das Datum für Kontroversen, da rechtsextreme Gruppen versuchen, die Erinnerung für ihre Zwecke zu instrumentalisieren.
In diesem Jahr hat ein von Extremisten organisierter "Trauermarsch" 1.000 angemeldete Teilnehmer – weniger als die 2.000, die 2024 mitliefen. Gleichzeitig bereitet sich das breite Bündnis "Dresden Nazifrei" (ehemals "Dresden stellt sich quer") mit friedlichen Protesten und Solidaritätsaktionen auf eine Gegenwehr vor.
Die Bombenangriffe im Februar 1945 hinterließen Dresden als Trümmerfeld. Die Alliierten griffen die Stadt in einer Serie von Luftangriffen an, die massive Zerstörung und unzählige Todesopfer verursachten. Noch Jahrzehnte später bleibt der Jahrestag ein Kristallisationspunkt politischer Debatten.
Rechtsextreme Gruppen nutzen das Datum immer wieder, um historische Verantwortung zu verzerren. Bei ihren Veranstaltungen wird häufig Deutschlands Rolle als Kriegsaggressor und die unter der NS-Herrschaft begangenen Verbrechen verharmlost. Als Reaktion fordern Politiker eine wahrheitsgetreue Aufarbeitung der Angriffe und ein Gedenken an alle Opfer – sowohl die in Dresden Getöteten als auch diejenigen, die unter der NS-Gewaltherrschaft litten.
Ein zentraler Moment der Gedenkveranstaltungen ist die jährliche Menschenkette, bei der Tausende Dresdnerinnen Hand in Hand für Zusammenhalt demonstrieren. In diesem Jahr versammeln sich Gegenprotestler ab 10:30 Uhr an verschiedenen Orten; um 11:00 Uhr findet eine zentrale Kundgebung am Postplatz in der Altstadt statt. Das Bündnis "Dresden Nazifrei"*, dem zivilgesellschaftliche Gruppen, Parteien und Gewerkschaften angehören, ruft dazu auf, sich rechtsextremen Geschichtsverfälschungen entgegenzustellen.
Während die genauen Teilnehmerzahlen des Extremistenaufmarsches im vergangenen Jahr unklar bleiben, haben die Organisatoren für 2025 1.000 Teilnehmer angemeldet – ein Rückgang gegenüber den über 2.000 des Vorjahres. Behörden und Aktivist*innen beobachten die Lage weiterhin genau.
Der Jahrestag steht damit im Zeichen von Erinnerung und Protest. Rechtsextreme planen einen Marsch, doch der Widerstand aus der Bevölkerung und von lokalen Initiativen bleibt stark. Die offiziellen Gedenkfeiern Dresdens sowie basisdemokratische Aktionen sollen den Opfern gedenken – und gleichzeitig Versuche zurückweisen, die Geschichte umzudeuten.
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