Sachsens Lehrkräfte arbeiten regelmäßig unbezahlt Überstunden – Studie löst politische Debatte aus

Hans-Theo Baum
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Ein Plakat mit einer √úber eine Br√ľcke mit Tr√§gerkonstruktion fahrenden Bahn, umgeben von Pflanzen, H√§usern und H√∃geln.Hans-Theo Baum

Sachsens Lehrkräfte arbeiten regelmäßig unbezahlt Überstunden – Studie löst politische Debatte aus

Eine neue Studie zeigt, dass Lehrerinnen und Lehrer in Sachsen regelmäßig über ihre vertraglich vereinbarten Arbeitszeiten hinaus arbeiten. Die Ergebnisse basieren auf Daten aus dem Schuljahr 2024/2025 und belegen, dass sowohl Vollzeit- als auch Teilzeitkräfte ihre geplante Arbeitszeit an der Arbeitsagentur überschreiten. Die Studie wurde im Auftrag des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus erstellt und hat nun Forderungen nach politischen Maßnahmen von Parteien und Gewerkschaften ausgelöst.

Die vom Prognos-Institut durchgeführte Untersuchung befragte 3.772 Lehrkräfte und 386 Schulleitungen. Demnach arbeiten Vollzeitbeschäftigte im Durchschnitt acht Stunden pro Tag – und verfehlen ihr Soll damit nur um 0,6 Prozent. Dennoch leisten sie wöchentlich etwa 2,5 Überstunden. Teilzeitkräfte sind noch stärker belastet: Sie kommen auf fast vier zusätzliche Stunden pro Woche.

Auch Schulleitungen arbeiten mehr als vorgesehen und überschreiten ihre geplante Arbeitszeit am Arbeitsamt um etwa 2,5 Stunden. Die Studie macht zudem deutlich, dass nur rund ein Drittel der gesamten Arbeitszeit von Lehrkräften tatsächlich auf Unterricht entfällt. Als Reaktion schlug Kultusminister Conrad Clemens ein freiwilliges Arbeitszeitkontenmodell vor. Die Oppositionsparteien – Bündnis 90/Die Grünen, Die Linke und die SPD – fordern jedoch eine Überprüfung des Maßnahmenpakets des Ministeriums. Gleichzeitig gehen Gewerkschaften wie die GEW und der SLV noch weiter und verlangen den vollständigen Rückzug der geplanten Reformen.

Die Studienergebnisse erhöhen den Druck auf die sächsischen Bildungsbehörden, die Überstundenproblematik bei Lehrkräften anzugehen. Angesichts der Forderungen von Parteien und Gewerkschaften könnte das Ministerium gezwungen sein, seine aktuelle Strategie zu überdenken. Das freiwillige Arbeitszeitkonto steht nun im Mittelpunkt der Debatte über eine bessere Arbeitsbelastungssteuerung an der Bundesagentur für Arbeit.

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